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Nathalie von: am: 18.07.2011
Nathalie Autor(in):    |   18. Jul 2011   |    Kategorie: Eifel, Radgeber, Tourentipps,

Rennradtour mit Marcel Wüst

Ich bin ja noch nicht lange unter die Rennradler gegangen, hatte in meiner kurzen Karriere von nur einer Woche aber schon die große Ehre mit einem Ex-Tour-de-France Fahrer zu fahren. Ich hab mich mit Marcel auf dem Mitfahrerparkplatz bei Sinzig getroffen und der Plan war ca. 50 – 60 km gemeinsam durch die Rheinebene, Eifel und Ahrtal zu fahren. Nix Tour de France, sondern Tour d’Eifel sozusagen.

Das Rennrad kurz vor der großen Ausfahrt
Ich kam mir schon unheimlich sportlich vor, weil ich morgens mit dem Rad zur Arbeit und dann das sportliche Unterfangen mit der Sportskanone Wüst vor mir hatte. Kollegen scherzten im Vorfeld „Der arme Marcel muss ja die ganze Strecke im ersten Gang fahren.“ Nix da, aber später mehr dazu. Meine sportliche Motivation war also unglaublich hoch, weil ich dachte „Den Kollegen zeig ich’s mal!“. Marcels sportliche Motivation war aber auch nicht zu unterschätzen. Der Kölsche Jung hat sich nämlich gedacht, Köln – Sinzig (ca. 75 km), da fährst du mal schön mit dem Rad hin. Das heißt, als wir uns in Sinzig getroffen haben, hatte Marcel bereits 75 km in den Beinen, ich grad mal elf. Aber ich bin ja auch noch blutige Anfängerin.

 

Es ging also los bergauf-bergab nach Sinzig, am Haus von Rudi Altig vorbei. In Koisdorf (Weltdorf bei Sinzig), haben wir uns dann etwas verfahren. Es schien, dass jede Straße in einer Schotterpiste endete. Wir hatten den Versuch gestartet bei einer jungen Frau nach dem Weg zu fragen. Die Aussage kam recht schnell „Ich nix wissen, ich Polin.“ Okay, dann müssen wir uns wohl alleine durchschlagen. Nach dem nächsten Abzweig sind wir einer weiteren jungen Frau begegnet, diesmal Holländerin. Daher auch Weltdorf Koisdorf 🙂 Die Holländerin hatte bessere Ortskenntnis und konnte uns rasch weiterhelfen. Leider ist Koisdorf nicht nur Weltdorf, sondern auch Einbahnstraße, also zurück nach Sinzig, wieder vorbei bei Rudi Altig. Die Abfahrt war super. Ich bin ja noch Neuling und daher noch schnell mit Abfahrten zu beeindrucken bei denen ich die 70 km/h fast knacke.

Weiter gings dann Richtung Niederzissen. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, warum Niederzissen, NIEDERzissen heißt, die gefühlten Höhenmeter auf dem Weg dahin, kamen mir vor wie eine Bergetappe. Aber meine sportliche Motivation war kaum zu bremsen. Noch dazu wollte ich mir vor Marcel ja auch nicht die Blöße geben und meinen Kollegen wollt ich’s ja auch zeigen.

Nach Niederzissen gab’s noch mal einen fiesen Aufstieg nach Röder und in Dedenbach nach knapp 40 km haben wir uns dann ein zweites Frühstück gegönnt. Ich habe die Zeit zum Luft holen dazu genutzt Marcel Löcher in den Bauch zu fragen. Viele Tipps sind sehr ernüchternd: Auf die Frage, wie kann ich meine Bergleistung verbessern? War die berechtigte Antwort „Berge fahren!“. Viele machen wohl den Fehler hauptsächlich in der Ebene zu trainieren, dann Spitzenzeiten und -entfernungen zu bewältigen und sind dann ganz frustriert, wenn die Durchschnittszeit bei bergigen Fahrten deutlich höher ist und die Kondition dann auch zu wünschen übrig lässt. Das optimale Training sollte ausgewogen sein. Einige Bergpassagen, gepaart mit Erholungsphasen in der Ebene. Wo er Recht hat, hat er Recht. Und sein wir doch mal ehrlich. Ohne Berge, keine Abfahrten und für die Abfahrten lohnt es sich auch mal zu kämpfen. Finde ich zumindest.

Die restlichen 15 km waren dann auch ganz entspannt. Auf einer ganz langen Abfahrt ins Ahrtal nach Bad Neuenahr-Ahrweiler konnte ich meine Kurventechnik ein bisschen ausprobieren. Also noch habe ich da keine Technik, aber Marcel hat mir gezeigt, wie die Beinhaltung in der Kurve sein sollte. Also in einer Rechtskurve das linke Bein nach unten durchdrücken, mit dem Gewicht belasten, ein kleinwenig aus dem Sattel raus und man hat die optimale Stabilität. In der Theorie ist mir das ganz klar, an der Praxis übe ich noch ein bisschen.

In Bad Neuenahr-Ahrweiler trennten sich dann unsere Wege. Marcel hat sich zurück nach Köln gemacht und ich mich Richtung Sinzig, wo das Auto wartete. Es war echt ein super Tag. Marcel ist ein echt sympathischer Typ und das nicht nur, weil er mir versichert hat, dass er nicht im 1. Gang gefahren ist 🙂

Bis bald mal wieder!

Eure Nathalie

PS: Hier die Tour zum Nachfahren, aber vielleicht nehmt ihr das Einbahnstraßendorf raus 🙂



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1 Kommentar »

  1. Frank — 24. November 2012 @ 07:43

    Hi Nathalie,

    auch wenn es schon etwas her ist mit Deinem Bericht…. Danke für die schöne Beschreibung. Ich musste auch ein wenig grinsen, als Du den Trainingstip zum Berge fahren bekommen hattest. Wie heißt es doch so schön??!!

    Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.

    Grüße aus Hamburg
    Frank

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