Mitte August durch den Hunsrück zu radeln war eine wirklich gute Idee! Nachdem ja lange Zeit das deutsche Sommerwetter Pause machte, hatten wir bei unserer Pressereise auf dem Hunsrückradweg das perfekte Wetter – heiter
bis wolkig, weder zu heiß noch zu frisch und in Richtung unserer Route fast nur Rückenwind.
Da die weiteren Teilnehmer alle auf E-Bikes unterwegs waren, stellte sich sogar so etwas wie „Chancengleichheit“ ein, denn ich hatte mein komfortables, aber eben nur mit Muskelkraft betriebenes Mountain Bike mitgebracht. Zunächst ging es vom Startpunkt Kell am See, wo alle im fahrradfreundlichen Hotel zur Post genächtigt hatten, auf die Bahntrasse (Ruwer-Hochwald-Radweg) in Richtung Hermeskeil – perfekt asphaltiert und beschildert.
Dort besuchten wir die größte private Flugausstellung Europas, und obwohl ich wahrlich kein Fan bin, war ich doch begeistert. 115 komplette Flugzeuge, alte Hubschrauber, Triebwerke und sogar einen Concorde Nachbau mit integriertem Café gab es zu bestaunen. Die knappe Stunde die wir Zeit hatten verging wie im Flug und war definitiv zu kurz.
Von dort ging es dann zum höchsten Berg in Rheinland Pfalz, dem Erbeskopf, knapp über 800 Meter hoch und mit guter Infrastruktur versehen.
Der früher ausgiebig militärisch genutzte und von vielen Höhlen und Gängen durchzogene Berg ist nun ein wenig zur Ruhe gekommen, aber Wanderer, Mountain Biker und im Winter die Skifahrer aus Rheinland Pfalz, haben hier ein kleines El Dorado gleich vor der Haustüre. Während meine Journalistenkollegen noch die E Bikes für die Weiterfahrt klar machten versuchte ich mich an der steilen Auffahrt gleich neben dem Skilift. Aus Zeitgründen musste ich den Versuch vom Besucherzentrum bis ganz nach oben zu fahren zwar abbrechen, aber knapp die Hälfte habe ich geschafft.
Mit gut 60 Sachen (offroad!) heizte ich zurück zum Parkplatz und gesittet ging es weiter in Richtung Morbach und von dort zur Wasserburgruine Baldenau. Wenig Asphalt, aber gut zu fahrender Schotter und fast immer leicht abschüssige Wege machten diesen Teil besonders reizvoll – man fühlte sich ganz weit weg von allem, und es kam so etwas wie „Urlaubsstimmung“ auf.
Auf dem Weg dorthin passierten wir ein typisches Hunsrückdorf mit schwarzen Schieferdächern – nur den Namen hab ich nicht behalten…
In der Ruine angekommen hatte Michael Keller vom Hotel zu Post in Kell am See ein klasse Buffet aufgefahren und die Pause wurde von allen dankbar angenommen.
Die letzten ca. 20 km waren topografisch eher als wellig zu bezeichnen, und all die, die noch einiges an Akkureserven hatten waren heilfroh mit elektrischer Unterstützung unterwegs zu sein.
Überhaupt ist der E – Bike Trend eine gute Sache, vor allem wenn das Gelände auch mal etwas anspruchsvoller ist. So kommt man dennoch entspannt und zufrieden am Ziel an – und sollte der Akku mal nicht reichen, dann ist das weniger schlimm als auf der Autobahn ohne Sprit liegen zu bleiben, denn: Man ist mit einem Fahrrad unterwegs, und dieses kann bekanntlich auch noch mit Muskelkraft angetrieben werden…
Das es in vielen Regionen von Rheinland Pfalz schon Pedelecs zu mieten gibt zeigt, dass diese Entwicklung nun richtig in fahrt kommt.
Angekommen in Sohren gab es im Hotel „zum Felsenkeller“ erst einmal einen Willkommensdrink und dann ein leckeres regionales Abendessen um die Akkus der Radler wieder aufzuladen – die Akkus der Räder hingen schon am Netz!
Das letzte Highlight des Abends war die Mini Live Band, die auf der komplett gesperrten Hauptstraße von Sohren spielte: Es was die „late night shopping“ Nacht in Sohren und zu klassischem Rock, den Hoteliers – Sohn Justus (12) mit
seiner Gitarre unterstützte entwickelte sich eine tolle Party.
Ich freue mich schon auf meine nächste Tour durch das RadWanderland Rheinland-Pfalz!
Euer Marcel






