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BikeBloggerBerlin von: am: 19.09.2011
BikeBloggerBerlin Autor(in):    |   19. Sep 2011   |    Kategorie:

„Wir spenden Leben“ bei den Cyclassics

Zu Anfang eine kurze Erläuterung: Was ist Wir spenden Leben? Und was sind die Cyclassics?

Seit dem Jahr 2002 engagiert sich ein Team Radsportbegeisterter ehrenamtlich gegen Leukämie und für die Stammzellspende. Unser Hauptziel ist es, die Öffentlichkeit über das Thema zu informieren.

[via www.wir-spenden-leben.de]

Zum ersten Mal im Jahr 1996 als HEW-Cyclassics ausgetragen, ist das Hamburger Radrennen für Profis und Jedermann im nunmehr 16ten Jahr ein echter Klassiker. …
Vor den Profis fahren bis zu 22.000 Hobbysportler beim Jedermannrennen durch das Stadtzentrum und die Metropolregion Hamburg. Gut 800.000 begeisterte Zuschauer begleiten das Rennen entlang der komplett für den öffentlichen Verkehr gesperrten Strecke.

[via www.vattenfall-cyclassics.de]

Samstag, 20. August 2011

Schon am Vortag des Rennens zeigte das Team „Flagge“: Da der ADFC Hamburg uns freundlicherweise einen Teil ihres Standes auf der Messe überlassen hatte, konnten Besucher im Hamburger Stadtzentrum Informationen über unser Team und die Stammzellspende aus erster Hand erhalten. Neben einigen Teammitgliedern besuchte auch Kurt Bodewig, Bundesminister a.D., Präsident der deutschen Verkehrswacht und seit vielen Jahren prominentes Mitglied des Teams, unseren Stand.

v.l.n.r.: Kurt Bodewig, Andrea, Pooky, Jörg © BikeBlogBerlin

 

Sonntag, 21. August 2011

Das Team Wir spenden Leben am Start der Vattenfall Cyclassics 2011. Mit insgesamt 14 Fahrerinnen und Fahrern starteten wir auf allen Strecken und in allen Kategorien (55/100/155 km, sowie alle VIP-Wertungen)!

Trotz eines zu langen Abends schafften wir es, kurz vor Sieben an der Kleiderabgabe zu stehen. Ein paar Minuten später kamen wir am Start der 100/155 km-Strecke in Startblock C an. Allerdings war vom Team weit und breit noch nichts zu sehen. Britta verabschiedete sich, sie musste eine halbe Stunde später in ihrem Startblock sein. Nach und nach trafen unsere Mitstreiter ein. Der Start stand kurz bevor.

Start der 100er und 155er

Das Einklicken hunderter Schuhe gab uns das Signal. Ein paar Sekunden später ging es los. Ein paar hundert Meter „neutralisiert“, da noch ohne Zeitmessung, forcierten wir gleich hinter dem Start das Tempo. Harry hatte sich eine klare Vorgabe gesetzt: 40er Schnitt. Da ich in den letzten drei Wochen zu wenig trainiert hatte stand für mich nur das Durchhalten auf dem Programm. Ich hatte also keinen Druck, was mir gut tat. Auf dem Weg zur Hufelandbrücke ging das Tempo auf über 40 km/h hoch. Noch recht angenehm, aber mit kalten Muskeln nur bedingt steigerbar.

Dann die – von Vielen gefürchtete – Brücke. Ich hatte natürlich Respekt, da ich sie noch nicht einmal vom Sehen kannte. Als wir uns der Brücke näherten verlor ich diesen schnell. Ein Anstieg, klar, aber nichts, was man nicht auch anderswo finden könnte. Für meinen Geschmack zu langsam ging es mit 30 km/h hinauf. Harry hatte sich schon vorgearbeitet, was mir nicht gelang. Da ich nicht wusste, was ich heute würde leisten können, hielt ich mich bewusst etwas zurück.

Auf dem Weg nach Harburg merkte ich, dass es „lief“. Auch Geschwindigkeiten von 45-46 km/h ließen mich unbeeindruckt. Die Frage, ob ich die Strecke schaffen würde, wurde nebensächlich.

Start der 55er

Britta © Upsolut/Hochzwei

Währenddessen starteten unsere „55er“, Kurt Bodewig aus dem VIP-Block sowie deutlich später Nicole und Britta aus Block I. Für die beiden Frauen war es ihr erstes Rennen, das sie von hinten locker angehen konnten. Nach und nach überholte unser Dreamteam viele der vor ihnen gestarteten, aber langsameren Radfahrer. Erst dem Kösterberg mit seinen 15 % Steigung musste Britta Tribut zahlen: Nicole hatte kurz vor dem Ziel noch mehr „Körner“, so dass sie 2 1/2 Minuten vor Britta ins Ziel kam. Alle „55er“ erreichten mit einem tollen Schnitt von fast 30 km/h ohne Unfälle das Ziel!

Fahrt nach Hamburg

Während unsere Damen schon ihr wohlverdientes Weizenbier (alkoholfrei!) genießen durften bewegte sich unser Block in Richtung Hamburg. Das Hauptfeld von Block B kam in Sicht. Für uns war klar, dass wir sie „stellen“ mussten. Es dauerte auch nicht mehr lange, bis wir sie erreichten. Was ich nicht bedacht hatte: die von uns eingeholten Fahrer waren deutlich langsamer unterwegs als wir, was zu einer unharmonischen Gruppe führte, die eine fast schon kritische Größe erreicht hatte. Mehrere Unfälle, die zum Teil direkt vor oder neben mir passierten, waren die Folge. Auf den nächsten Kilometern war Sicherheit daher für mich höchstes Gebot. Dann wieder in Hamburg: Harry hatte ich aus den Augen verloren. Ich fürchtete, dass er in einen der Unfälle verwickelt worden sein könnte.

Pooky, Frank © Upsolut/Hochzwei

Die Feldertrennung: die 100er fuhren zum Ziel, die 155er auf die Strecke der 55er, die inzwischen zum größten Teil im Ziel waren. Während „wir 155er“ weiterfuhren kamen unsere Teamkollegen nach und nach mit guten und teilweise hervorragenden Ergebnissen ins Ziel – wie auch die „55er“ unfallfrei!

Die „kleine“ Schleife: Fahrt im Wind und Belgischer Kreisel

Nach der Trennung wurde aus der großen Gruppe mit ihrem traumhaften Windschatten eine dünne Kette einzelner Fahrer oder kleiner Grüppchen, die sich auf den Weg zur kleinen Schleife begaben. Um das Tempo zu halten musste jetzt gearbeitet werden. Plötzlich sah ich auf der rechten Seite „unser“ Trikot: Tagesschausprecher Thorsten Schröder – der zweite Prominente, der für unser Team im Rennen war – stand am Rand und hielt einen Plausch. Zeit wollte ich nicht verlieren, also brüllte ich nur „Thorsten, komm mit!“.

Jörg Wittmann / Thorsten Schröder © Po Keung Cheung

Harry war auch wieder da. Ihm war also doch nichts passiert. Bald kam auch Thorsten nach. Mit ca. 45 km/h – ohne Windschatten – rasten wir wieder aus Hamburg heraus.

Da bald ein beständiger Westwind das Fahren anstrengender machte bildete sich ein „Belgischer Kreisel“. Bei einem Tempo von knapp über 40 km/h konnte wir in einer Gruppe von 8-10 Fahrern dem Wind trotzen und unseren Schnitt halten. Es sollte nicht lange dauern, bis auch wir dann „endlich“ den Kösterberg vor uns hatten. Thorsten war nicht mehr zu sehen, so dass Harry und ich gemeinsam den Berg angriffen. Meine Kräfte überschätzend ging ich in den Wiegetritt – und musste mir eingestehen, dass meine Reserven aufgebraucht waren. Krämpfe ließen meinen Vorwärtsdrang schwinden, während Harry mit dem Feld weiterfuhr.

Harry © Harald Legner

 

Im Ziel!

So quälte ich mich auf den letzten Kilometern ins Stadtzentrum, wo Tausende Radsportbegeisterte uns Fahrern einen triumphalen Empfang bereiteten! Harry war – was er zu diesem Zeitpunkt nicht wusste – mit einem hervorragenden Schnitt von 40,3 km/h unter die ersten 300 gefahren und wartete kurz hinter dem Ziel auf mich. Gute 1 1/2 Minuten Vorsprung hatte er herausgefahren – und wurde somit Sieger der inoffiziellen teaminternen Wertung! Zwei Minuten später kam auch Thorsten Schröder ins Ziel, etwas danach auch Jörg, der nach einem glimpflich verlaufenen Unfall das Ziel nahezu blessurenfrei erreichte.

Wir holten unsere Taschen, Getränke, Bananen. Ich erreichte langsam wieder so etwas wie einen Normalzustand. Wir telefonierten, wollten wissen, wie es den anderen ergangen war: Erst jetzt erfuhren wir, dass Britta und Nicole auch gut ins Ziel gekommen waren.

Wir trafen uns am Stand, erzählten uns unsere „Abenteuer“ – obwohl die meisten die kürzeren Strecken gefahren waren, war die Menge der Erlebnisse und Eindrücke durchaus vergleichbar. Dann die Info aus dem Internet: Harry und ich hatten die 40 km/h-Marke geknackt! Wir hatten die Hansestadt gerockt!

Was aber wichtiger war: Alle waren gesund und zufrieden ins Ziel gekommen! Das Rennen der Cyclassics 2011 war eine professionell organisierte Veranstaltung, die eine tolle Werbung für die Stadt und den Radsport zum Besten gab. Eine Empfehlung für das nächste Jahr. Wir kommen sicher wieder!

Weitere Informationen über das Team und den Verein Wir spenden Leben finden Sie auf der Website www.wir-spenden-leben.de.





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