Artikel suchen nach:

Themen

Archiv

  • 2016 (13)
  • 2015 (12)
  • 2014 (40)
  • 2013 (40)
  • 2012 (83)
  • 2011 (53)
Hol‘ Dir kostenlos die Rheinland-Pfalz Touren-App
Berti von: am: 30.05.2012
Berti Autor(in):    |   30. Mai 2012   |    Kategorie: News, Tourentipps,

Auf nach München

Die Idee „Auf nach München“ kam mir im Winter des vergangenen Jahres. Von dem Tag an, als mein Neffe Alex und sein Spezi Volker sich dazu entschieden hatten in München einen Laden „Köstlichkeiten und Kultur“ mit Produkten aus der Region Saar – Mosel – Eifel zu eröffnen, war mir klar: „da fahren wir mir dem Bike hin“. Mit dem Ziel: wir fahren zum Frühstücken ins „Schiefer“, so nannten die beiden ihren Laden, begannen meine Planungen. Da ich schon öfters solche Touren geplant habe, waren die Vorbereitungen schnell abgeschlossen. Ich mietete uns einen 9 Sitzer mit geschlossenem Radanhänger;der als Begleitfahrzeug dienen sollte. Immerhin hatten wir ca. 600 km vor uns;die wir in 4 Tagen absolvieren wollten. Nun musste ich nur noch unsere Mannschaft auswählen. Gesagt getan. Angefangen mit unserem Busfahrer Alfred aus Grimburg im Hunsrück. Er ist ein lustiger Mensch, der immer ein Spaß auf den Lippen hat. Eine Bereicherung für jede Radtour. Weiter  mit Helmut dem Lokführer, Willi aus dem Zweiradgeschäft, der sich auch um Material und Ersatzteile kümmerte, Michael der Wirschaftsmathematik-Student und als Jüngster der Gruppe, der Läufer Dominik. Zuletzt musste nur noch einen Termin gefunden werden.  Wir wählten das verlängerte Wochenende vom 16.-20.Mai 2012, wodurch wir mit nur 2 zusätzlichen Urlaubstagen 5 Tage einplanen konnten. 

Mein Ziel bei der Planung einer mehrtätigen Tour ist immer die Kosten so gering wie möglich zu halten. Aus diesem Grunde übernachteten wir in vielen Fällen in Turnhallen, bei Bekannten oder Freunden. Wo wir genau übernachteten, erzähle ich Euch bei den einzelnen Etappen.

1 .Etappe und Start der Tour de München

Wir trafen uns  um 9.oo Uhr am Konzer Hauptbahnhof und verabschiedeten uns von den Angehörigen  Das Wetter, das laut Vorhersage an diesem Tag nicht viel gutes versprach, machte seinem Namen alle Ehre. Unsere Strecke führte zu Beginn an der schönen Saar entlang bis nach Ockfen, wo es bereits schon anfing leicht zu regnen. Die beiden Anstiege hoch nach Zerf auf 450 HM und die hohe Stange nach Weiskirchen auf 650 HM verlangten von uns schon bei Beginn der ersten Etappe einiges ab. Auf der Höhe hörte es zwar auf zu regnen, jedoch brachte das eisig kalte Spritzwasser der Straße die Finger und Beine bei ca. 10 Grad nahe zum gefrieren. Leicht fröstelnd wurde kurzerhand eine Pause angesetzt. Unser Busfahrer Alfred führte uns ins Vitalis Bäderzentrum, wo wir im Bistro Herzlich Willkommen gehießen wurden. Bei warmem Kaffee und heißer Schokolade konnten wir uns wieder aufwärmen, sodass wir nach einigen Regenschauern und trockenen Klamotten wieder die Fahrt aufnehmen konnten. Die weitere Fahrt mit vielen kleinen Bergkuppen gestaltete sich nun viel angenehmer, sodass wir nach knappen 100 km am frühen Nachmittag  unser erstes Etappenziel Kusel erreichten.  Unser erstes Nachtlager war die Turnhalle des  Sportverein Kusel.  Beim Eintreffen wurden wir vom Abteilungsleiter der Karateabteilung Jörg begrüßt, bei dem wir uns wie auch bei  Harald, einem guten Freund  und Betreuer der Tour de Europe (www.fairplaytour.de), der uns die Übernachtungsmöglich organisiert hat, herzlichst bedanken möchten.  Die Empfehlung unser Abendessen  im Deutschen Haus einzunehmen war im Übrigen vorzüglich.

2.Etappe von Kusel  nach Billigheim-Ingenheim

Gut ausgeschlafen und nach einem reichhaltigen Frühstück  begann unser  zweiter Tag . Nach  einem Blick in den Himmel konnten wir jetzt schon sehen, dass sich der Wettergott langsam auf unsere Seite schlug. Zwar waren die Temperaturen noch im unteren Bereich, aber die Sonne schien,  wobei ich direkt das Sprichwort zitierte: „Es gibt keine schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“. Nachdem wir uns von Jörg verabschiedet hatten,  mussten wir direkt die ersten Höhenmeter absolvieren.  Unser  Ziel an diesem Tag war Billigheim-Ingenheim am Rhein. Wir durchquerten die Platz  mit ihrer schönen Landschaft und vielen Bergkuppen, oder besser gesagt „Asphaltblasen“.  Nach der Mittagspause  entschied ich mich den Posten als Busfahrer zu übernehmen, da wir Alfred auch die Möglichkeit mit dem Bike zu fahren geben wollten. Wir freuten uns jetzt schon auf unseren Gastgeber Arndt. Arndt, ein Steinmetzkollege meines Neffen, der uns immer wenn wir uns in dieser Region aufhielten,  sein bescheidenes Heim als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stellte. Bereits am Mittag dieses Tages, machte ich meinerseits dumme Bemerkungen über die einzigartige Dusche die uns bei Arndt erwarten würde. Unser Gastgeber, der  vor einigen Jahren eine alte Raiffeisenbank  erworben hat, wohnt ganz abenteuerlich in seinen vier Wänden. Viele seiner Räume befinden sich noch im Originalzustand: Backsteinmauern etc. gefüllt mit schönen alten Möbeln und einem Kaminofen der auch im Winter als Heizung fungiert. Eine Dusche gibt es nicht. Geduscht wird im Hof mit eiskaltem Wasser aus dem Gartenschlauch; eisig aber ein seltenes Erlebnis. Eine Übernachtung einer ganz besonderen Art. Mit seiner  telefonischen Ankündigung „ich mache Euch etwas kleines zu Essen“, endeten wir in einer tollen Kulisse zwischen Lanz-Bulldog, mehreren Motorrädern und vielen Handwerksgeräten bei einem gemütlichen Grillabend mit reichlichen Beilagen und rheinischen Weinen.

3.Etappe Gechingen –Illertissen

Mit dem Aspekt, dass am Samstagabend wegen des Champions-League Endspiels in München die Hölle los sein wird, entschlossen wir uns 100 km mit dem Bus zu überbrücken, sodass  wir  bereits am Samstagnachmittag dort eintreffen würden, um  das Treiben  in der Landeshauptstadt noch miterleben zu können.  Wir suchten uns einen schönen Platz um unsere Bikes herzurichten, uns umzuziehen und die 3. Etappe  zu starten. 

Über das  immer noch sehr wellige Gelände konnten wir bis zur Mittagspause in Münsingen noch einige Kilometer hinter uns lassen. Dort angekommen  ging es erst mal auf die  Kohlenhydrat-Suche . Wir fanden einen Italiener mit Sitzgelegenheiten im Freien. Bei der Anfahrt zum Lokal geschah es dann; eine Unachtsamkeit an einer Bordsteinkante  riss mir das Vorderrad weg und ich landete unsanft auf dem Gehweg. Mit einer leichten Prellung und zwei Tage Hüftschmerzen war dies aber der einzige Sturz der gesamten Tour.  Nach dem Mittagstisch und einigen alkoholfreien Weizenbieren wurde es nun aber ernst. Wir standen vor den Aufstieg zu Alp. Zwei größere Hügel mit Anstiegen bis auf 850 Höhenmeter, die mit ca. 7 % gefahren wurden.  Die weitere Strecke , die wiederum sehr wellig war, ließ sich gut fahren. Nach einem erneuten Fahrerwechsel erreichen wir am späten Nachmittag unser Ziel; für diesen Tag die Stadt Illertissen. Die im Vorfeld gebuchten Wohnwagen auf dem Campingplatz Illertissen  erwiesen sich als sehr gut und preiswert; die Duschen waren sehr gepflegt und sauber.  Nach dem anstrengenden Tag und einem guten Abendessen kamen wir früh zur Nachtruhe um ausgeschlafen am nächsten Tag die letzte Etappe von Illertissen nach München anzugehen.

4.Etappe – von Illertissen nach München

Bei strahlendem Sonnenschein und bei geschätzen 17 Grad am Morgen waren alle guten Voraussetzungen für die Königsetappe bei unserer diesjährigen Tour gegeben. Erstmalig waren keine Arm- und Beinlinge nötig. Quer durch Bayern, auf und ab bei steigenden Temperaturen, durch schöne Ortschaften bis plötzlich unser Tubanist einen lauten Schrei abgab. Tussenhausen- hier bleiben wir zum Mittagstisch. Ein Fest vom Musikverein kam uns günstig, denn dort gab es auch zu essen und zu trinken.

Nachdem wir alle gestärkt waren und wir telefonisch erfahren haben,  dass unsere Unterkunft zum  Starnberger See verlegt wurde, musste die Strecke kurzerhand geändert werden. In ganz München und Umgebung war keine Übernachtung mehr buchbar gewesen. Kurz vor 16.oo Uhr erreichten wir den Ammersee, wo Volker uns schon erwartete. Nach einer kurzen Erfrischung, Duschen und Verladen unserer Fahrräder fuhren wir an den Starnberger See und bezogen unser Quartier in einer stillgelegten Arztpraxis. Anschließend ging es per Bustransfer  nach München in die Augustenstraße, wo wir herzlichst von Alexander, Vanessa, Katharina, Frieda  empfangen wurden. Bei einem gemütlichen Abendessen mit Köstlichkeiten aus den Regionen Saar, Mosel und Eifel  saßen wir im „Schiefer“ bei Public-Viewing bis spät in die Nacht. Leider gab es nach dem Schlusspfiff keinen Grund zu feiern, denn die Bayern gingen als Verlierer aus dem Champions- League Finale heraus. Solltet ihr mal nach München kommen, dann besucht das „Schiefer“ , denn wie wir alle festgestellt haben, sind Radfahrer bei Alex und Volker herzlich willkommen.

Am Tag darauf STAU-ten  wir wieder in unsere Heimat, nach Konz www.konz.eu . Für diejenigen, die nicht wissen wo Konz liegt: es  liegt genau am Zusammenfluss von Saar und Mosel, im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg und Deutschland.





1 Kommentar »

  1. Rüdiger — 1. Juni 2012 @ 07:07

    Hallo Berti,

    très cool! Ich bin begeistert. Perfekt geplant wie immer.
    Beim nächsten Mal bin ich dabei.
    Grüße
    Rüdiger

RSS feed for comments on this post.

Leave a comment

Bitte füllen Sie das Captcha aus * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.