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adfcogburgdorf von: ADFC OG Burgdorf/Uetze am: 14.06.2012
adfcogburgdorf Autor(in): ADFC OG Burgdorf/Uetze    |   14. Jun 2012   |    Kategorie: Genusstouren, News,

Donau-Radweg Deutschland

On Tour – Donau-Radtour Deutschland mit Hindernissen…….

    
1. Tag: Burgdorf – Donaueschingen –  20 km

Der erste Tag begann morgens am Bahnhof in Burgdorf: Fünf
ADFC-Mitglieder treffen sich und es fällt auf: bei einem E-Bike fehlt der Akku!

Schnell ein Telefonat mit der Schwager und Frau zu Hause:
Ja, Frau steht mit Akku in der Tür, Schwager holt ab und fährt so schnell wie
möglich mit dem Auto nach Celle. Günter wird vor dem Bahnhof warten und hoffen,
dass vor Abfahrt des Zuges noch der Akku pünktlich geliefert wird.

Ja,  wurde!

Wir steigen in Celle um in den Zug nach Donaueschingen. Ja,
auch das gibt es – wir können ohne weiteren Umstieg direkt durchfahren.

Die Zugfahrt war recht kurzweilig. Erst hatten wir uns viel
zu erzählen. Dann konnten wir die Landschaft genießen. Besonders die Fahrt
durch den Schwarzwald im Gutachtal (und auch am Freilichtmuseum) entlang, war
sehenswert. Die schönen alten Schwarzwaldhäuser sind einen Besuch wert.

Nach dem Ausstieg: ein Fahrrad hat eine „8“ im Vorderrad.

Jetzt muss geklärt werden, ob man in Donaueschingen noch
einen Fahrradladen findet, der die Acht im Vorderrad repariert. Auch das könnte
klappen.

Wir finden den Radladen sehr schnell und das Rad muss vor
Ort bleiben. Wieder ein Anruf bei unserem Pensionswirt: Ja, Günter wird abgeholt
samt Gepäck. Und ein Reserverad steht auch bereit.

Wir anderen radeln zum Ziegelhof. Nach Gepäckabgabe und
kurzes Frischmachen geht es zurück nach Donaueschingen. Wir  schauten uns die Donauquelle*, das Schloß und
den Park an.

*„Exkurs: Die Donau wird aus den Flüssen gespeist. „Brigach
und Breg bringen die Donau zuweg“ Die Donau hat demnach keine einzelne Quelle,
sondern zwei Quellflüsse, was für große Ströme nichts Ungewöhnliches darstellt.
Nach anderen Ansichten werden jedoch auch die Quelle des Donaubachs in
Donaueschingen oder die Quelle der Breg an der Martinskapelle bei Furtwangen
als Donauquelle bezeichnet.“

Außerdem schließen wir den Abend mit einem schönen
landestypischen Abendessen ab.   

2 . Tag: Donaueschingen – Gutenstein  ca. 90 km

Der Tag sollte mit der Abholung des Rades beginnen. Mit dem
Reserverad radelten wir nach Donaueschingen zum Fahrradladen. Doch das Rad war
noch nicht fertig. Leider hatten wir die Mobil-Nr. nicht hinterlassen – es
musste ein neues Vorderrad eingebaut werden, da die „8“ leider nicht zu
beseitigen war. Also mussten wir noch warten. Der Rest der Truppe schaute noch
mal nach Verpflegung für unterwegs. Auch im Fahrradladen gab es noch einige
Sachen zu schauen (und zu kaufen).

Dann konnten wir doch alle aufs Rad steigen und die Tour
beginnen. Vorbei am Jagdschloss Entenburg kam die erste leichte Steigung. Bei
Neudingen ragten rechts und links die zu den Bodenseevulkanen gehörenden Kuhberg
sowie  Wartenberg auf.

In Hintschingen durchradelten wir eine im letzten
Jahrhundert gebaute Holzbrücke.

Nach Immendingen wollten wir die Donauversickerungen
erleben. Leider führte die Donau sehr viel Wasser, so dass wir nur sahen, dass
der Fluß weniger Wasser führte. Trockenen Fußes durch die Donau konnten wir
leider nicht erleben. Im Sommer (August) verschwindet die Donau fast ganz.
Jegliches Wasser versickert an ca. 155 Tagen des Jahres komplett in den
karstigen Boden und erscheint 12 km weiter südlich am Aachtopf mit einem
gewaltigen Ausstoß von über 10.000 l/sek.

Fließt die Donau also in den Rhein? Ja! Jedenfalls das
versickerte Wasser.

Mehr dazu unter:  http://de.wikipedia.org/wiki/Aachtopf
und  http://de.wikipedia.org/wiki/Donauversinkung

In Möhringen schauten wir uns das schöne Rathaus an.

Die romantische Stadt Mühlheim liegt wie eine Burg auf dem
Bergrücken über dem Donautal. Eine Stadtmauer umgibt den historischen Altstadtkern.  Der Anstieg dorthin war gewaltig und wir  konnten teilweise nur durch Schieben der Räder
dorthin gelangen.

Aber es lohnte sich. Allein der Ausblick in das Donautal war
herrlich und die Innenstadt sehr sehenswert.

Die weitere Tour führte uns über das Kloster Beuron bis nach
Gutenstein. Auf diesem Weg thronte über uns das Schloss Werenwag sowie weitere Burgen,
Schlösser bzw. deren Ruinen.

In Gutenstein übernachteten wir sehr ruhig und nach einem guten Abendessen.

3. Tag: Gutenstein – Kirchen ca. 77 km

Am Morgen sah es nach Regen aus, so dass das Regenzeug nach
dem Frühstück gleich genutzt wurde. Die Tagesstrecke sollte uns heute bis
Ehingen OT Kirchen führen. Die Landschaft nahm uns gleich gefangen. Wieder
viele Ruinen, Schlösser und Burgen sollten uns den ganzen Tag begleiten. Jedes
Umfahren einer Kurve gab neue Ansichten und Einblicke. Grandiose Landschaft!

Unser erster Halt war Sigmaringen. Von weitem konnte man
schon das Schloß der Hohenzollern sehen. Auch die historische Altstadt war mehr
als ein Blick wert. In Riedlingen  und Rechtenstein hatten wir weitere Halte eingeplant. Der Regen machte uns aber
einen Strich durch die Rechnung. Es regnete mehr oder weniger den ganzen Tag.
Teilweise ganze Wolkenbrücke. Auch gab  uns diese Strecke einige steile Anstiege als Aufgabe (die Talfahrten war aber ein toller Ausgleich). Und zum Schluss mussten wir noch über eine vielbefahrene und mit
Anstiegen versehene Strecke zu dem Übernachtungsort Kirchen radeln. Das war
eine anstrengende Etappe. Und wir waren alle ziemlich durchnässt (manchmal
sogar zweimal).

     
4. Tag: Kirchen – Alternativetappe über Blaubeuren nach Lauingen ca. 103 km

Der Wetterbericht sagte heute wieder Schauer an. Aber diesen
Tag hatten wir Glück. Es gab – abgesehen von einigen Tropfen – kein Naß von
oben. Im Gegenteil: die Sonne kam ab und zu durch. Es war auch von der
Temperatur her gutes Radelwetter (auch wenn wieder einige Anstiege zu bewältigen
waren).

Der Wirt gab uns einige Tipps, so dass wir morgens auf fast ebener Strecke in Richtung Ehingen radeln konnten. Kurz vor Ehingen ging es durch ein  Gewerbe-  (dort baut Liebherr seine großen Kräne) und
Neubaugebiet auf die Alternativstrecke durch das Tal der Blau (dadurch verlängerte sich unsere heutige Etappe um ca. 10 km – die sich aber – da sei jetzt schon gesagt – wirklich lohnten.

Durch das Blautal  liegen die Steinzeithöhle Hoher Fels sowie die Brillenhöhle am Radweg.

In Blaubeuren ist unser Ziel natürlich der Blautopf. Der Blautopf ist eine große eindrucksvolle Karstquelle. Sein Höhlensystem ist bisher nur über 1.200 m in den Berg hinein erforscht.

Wir haben Glück und die Sonne scheint. Wir können uns über die vielen Farben freuen, die uns der Blautopf anbietet.

Exkurs: Tauchen im Blautopf

1880 stieg der erste Helmtaucher in den Blautopf. Der Grund wurde erst 1957 von einem Taucher erreicht.

Der Einstieg in die Blauhöhle liegt in einer Wassertiefe von etwa 21 Metern und kann deshalb
nur von gut ausgebildeten Höhlentauchern befahren werden.

Mehrere Tauchunfälle unter Hobbytauchern, darunter auch tödliche, veranlassten die Gemeinde, den Blautopf seit den 1980er Jahren für Taucher zu sperren.
Sondergenehmigungen haben Einsatztaucher der Wasserrettung DLRG, VHM München, die Arbeitsgemeinschaft Blautopf der HFGOK (Höhlenforschungsgruppe Ostalb Kirchheim) und eine Gruppe Höhlenforscher um Jochen Hasenmayer. Der letzte schwere Unfall ereignete sich 2003, als ein Mitglied des Hasenmayer-Teams tot geborgen wurde.

Mehr dazu unter:  http://de.wikipedia.org/wiki/Blautopf

Nachdem wir Blaubeuren durchradelt haben, geht es weiter im Tal in Richtung Ulm. Auf dem Weg können wir noch das Schloss Klingenstein sehen.

In Ulm schauen wir nach dem gotischen Münster (der höchste Kirchturm der Welt).  Auf dem Weg zur Donau kommen wir durch das Fischer- und Gerberviertel (wohl das schönste Viertel von Ulm).  Am schiefen Metzgerturm vorbei und den schönen Häusern, die direkt an der Donau auf uns herabblicken. Albert Einstein ist hier geboren.

Von der Adlerbastei versuchte der berühmte Schneider von Ulm abzuheben.

Nachdem wir Ulm verlassen haben radeln wir ins „Ausland“, nach Bayern  (Neu-Ulm gehört bereits nicht mehr zu
Baden-Württemberg).

Das Donautal wird breiter und viele Seen werden bis Leipheim die Donau schmücken.

An Günzburg vorbei radeln wir in Richtung Gundelfingen bis nach Lauingen. Dort ist unser Quartier für den heutigen Tag.

5.Tag: Lauingen – Neuburg ca. 82 km

Der heutige Tag führt uns durch weite herrliche Landschaften des Donautals. Laubwälder, Auenwälder, Fischweiher  wechseln sich ab. Nach Höchstadt radeln wir bei Gremheim durch das Donauried. Nach Donauwörth
wird es nach Leitheim etwas hügelig. Aber dafür haben wir wunderbare Ausblicke in das Donautal. .

In Neuburg übernachten wir direkt in der Innenstadt.

6.Tag: Neuburg – Kelheim ca. 77 km

In Neuburg müssen wir uns ein Cafe suchen, da wir in unserer Herberge leider kein Frühstück bekommen. Vom Berg radeln (teilweise gehen) wir ins Tal in die Altstadt von Neuburg. Nachdem ausgiebigen Frühstück geht diese Etappe zum
Jagdschloss Grünau. In Ingolstadt geht der Donau-Radweg direkt durch die Altstadt. Kurz nach Ingolstadt ein Speichenbruch am Hinterrad beim Mitradler.
Was tun? Die Wege sind nicht immer gut. Viele Schotterwege weisen große Löcher auf, die zum Teil so eng liegen, dass sie nicht immer umfahren werden können.
Auch schaut man in die Landschaft und nicht immer auf dem Weg. Es ist Samstag kurz vor Mittag. Zurück nach Ingolstadt? Oder in einem der nächsten Orte eine Fahrradwerkstadt suchen?

Der Bikeline gibt kaum Hinweise auf Fahrradgeschäfte. Wir versuchen es über die Tourismusbüros, doch Samstag wird dort wohl nicht gearbeitet. Ein Anruf in Großmehring bei einer Pension: Ja, dort gibt es eine Werkstatt. Ob diese jedoch
auf hat? Keine Ahnung!

Wir versuchen es und radeln in den Ort hinein. Ein Radler übernimmt die Aufgabe, die Werkstatt zu suchen und uns telefonisch mitzuteilen, ob eine Reparatur möglich ist. Ja, wir können kommen.

Der Rest der Truppe geht auf Suche nach einer Möglichkeit für eine Rast (und einem WC).
Telefonisch klären wir die Sachlage. Schneller als gedacht, ist das Rad fertig.
Zeit ist jedoch verloren.

Kommen wir noch pünktlich nach Weltenburg und zum Schiff nach Kelheim?

Kloster Weltenburg ist zur Hälfte mit Gerüsten versehen. Der Donaudurchbruch ist ein
Erlebnis. Allerdings letzte Fahrt 18.10 Uhr

 7. Tag: Kelheim – Kirchroth ca. 78 km

Morgens bereits mächtige Schauer. Wir überlegen mit dem Zug zu fahren. Nach dem
Frühstück hat der Regen nachgelassen. Wollen wir doch radeln?

Ja, die Mehrheit entscheidet: wir versuchen es….

Es regnet den ganzen Tag: man kann sagen, Regensburg am Regen im Regen 

Jetzt auch noch ein Speichenbruch im Hinterrad bei einer Radlerin.

Wir erreichen unser Ziel eher, da der Ortsteil von Straubing ca. 10 km vor Straubing liegt
und wir noch eine Abkürzung radeln.

Wir finden keine Werkstatt. Aber ein tolles Restaurant mit Klasse-Essen!!

    
8. Tag: Kirchroth – Passau ca. 115 km

Wetter sieht gut aus.  Da wir viele Kilometer und eine Reparatur vor uns haben, wollen wir früh los. Frühstück etwas früher und dann aufs Fahrrad. Erst mal nach Straubing in eine Fahrradwerkstatt. Wir finden auch gleich eine in der Altstadt. Der Inhaber schaut sich das Rad an. Gepäck runter.
Wir sollen einen Kaffee trinken, dann wäre das Rad fertig. Der Kaffee ist noch nicht mal ausgetrunken, da kommt ein Mitradler und sagt Bescheid, dass das Rad abgeholt werden kann.

Ja, dann radeln wir los. Die Strecke weist fast keine Steigungen auf. Und wir können wirklich richtig gut radeln. Die Berge kommen näher. Die Landschaft verändert sich. Es lässt sich gut radeln. Die Donau ist fast immer Sicht. Wir machen ein
paarmal kurz Rast. Kurz vor Passau kommen dann noch paar Steigungen. Die Tage machen sich bemerkbar. Die Leistung nimmt ab. Wir sind jetzt doch müde.

Und die Donau führt Hochwasser. Die Strömung hat merklich zugenommen. Der Regen, der uns die Tage mehr oder weniger begleitet hat, bringt viel Wasser für die Donau und ihre Zuflüsse. Interessant!

Wir radeln nach Passau rein und suchen unser Quartier und sind überrascht.

Nachdem wir uns frisch gemacht haben, radeln wir noch in die Innenstadt. Wir wollen zum Zusammenfluss von Ilz, Inn und Donau. Die letzten Meter sind nur für Fußgänger. Die Räder nehmen wir mit. Wir wollen den Bogen umrunden und über die Innseite in die Innenstadt. Diese ist mit Kopfsteinpflaster schwer zu radeln. Außerdem finden wir die empfohlene Gaststätte nicht. Wir nehmen eine andere und werden schwer enttäuscht. Das ist Essen ist ein Witz!

 9. Tag: Passau – Burgdorf ca. 7 km

Morgens ums 7.18 Uhr geht unser Zug. Frühstück gibt es erst in unserer Unterkunft ab 7 Uhr. Also müssen wir noch etwas früher los. Wir wollen uns am Bahnhof etwas kaufen und in Ruhe im Zug frühstücken.

Wir sind rechtzeitig da, so dass es sogar noch auf dem Bahnhof zu einem Frühstück reicht.

In Passau müssen die Räder die Treppen runter und rauf geschoben werden. Gepäckträger gibt es auch nicht. Da sollte die Bahn doch mal über Lifte nachdenken. Hier treffen viele Radler ein, da viele  Radwege hier beginnen oder enden.

Der Zug ist pünktlich, auch unsere Anschlusszüge sind alle ok. In Fulda bekommen wir einen Tipp, so dass wir hier die Räder nicht über die Treppen transportieren müssen.

 

Fazit: Die deutsche Donau hat einer der schönsten Flusslandschaften Europas. Unberührte Auegebiete müssen sich die Aufmerksamkeit teilen mit historischen Orten. Im Bereich Baden-Württembergs kann man hervorragenden Wein
und das Essen genießen. Im bayerischen Teil gibt es in jedem Ort ein anderes Bier, welches man probieren kann.

Die Strecke hat in den ersten Tagen einige Steigungen, die aber zu bewältigen sind. Wer viel besichtigen möchte, sollte seine Tagesetappen erheblich kleiner planen. Auch für Familien mit Kindern ist der Donau-Radweg geeignet, aber eine entsprechende Planung  wichtig.

DB: war pünktlich auf Hin- und Rückreise; allerdings Probleme bei der Buchung mit den Rädern; wir mußten auf einen anderen Zug ausweichen! Und die Stellplätze sind zu klein konzipiert; jedenfalls teilweise!

Eine zweistündige Pause in Frankfurt nutzen wir für eine kurze Radtour zum Römer.

Unser Pech auf dieser Tour:

·Akku vergessen, Streß

·Vorderrad eine „8“; Reparatur nicht möglich, neues Vorderrad;

·Regen, Regen, Regen,

·Eine Unterkunft liegt im Hinterland und ist nur über eine stark befahrene Straße erreichbar

·Hinterrad-Speiche gebrochen

·Regen, Regen, Regen

·Hinterrad-Speiche gebrochen

 

Gesamt-km: 595 Donau-Radweg, Zusatz-km: ca. 65

 

 

 

 

 

 

 

 





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