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adfcogburgdorf von: am: 24.08.2012
adfcogburgdorf Autor(in):    |   24. Aug 2012   |    Kategorie: Genusstouren, Tourentipps,

On Tour – Radtour Schweden – an der Westküste lang

  1. Tag:  Burgdorf – Fähre  13 km
    Gegen 11.30 Uhr begann unsere Radtour mit einer Zugfahrt nach Travemünde. Dort lief unsere Fähre nach Trelleborg um 19 Uhr aus.
  2. Tag: Trelleborg – Malmö –  70 km

    Die Fähre sollte um 7.30 Uhr in Trelleborg anlegen. Wir hatten für den nächsten Morgen Frühstück vorgestellt und den Wecker gestellt. Gegen 6.30 Uhr weckte uns der Bordsprecher und teilte uns mit, dass man frühstücken konnte. Leider hat der Wecker nicht mitgespielt (falscher Tag eingestellt!). So reichte es nur für eine Katzenwäsche und ein schnelles Frühstück, ehe wir zu unseren Rädern in den Laderaum aufgerufen wurden.
    In den Trelleborg ging erst mal die Suche nach dem richtigen Einstieg in den Radweg los. In Richtung Innenstadt sollten wir radeln und dann die 1. Links, 2. Links usw. zu nehmen. Na ja, dass klappte auch nicht so ganz. Nach einigen Suchen fanden wir dann den Radweg und machten uns auf die Westküsten Südschwedens hoch zu radeln. Wir waren kaum aus Trelleborg raus gab es die  nächste Schwierigkeit.  Es gab eine Baustelle und der Radweg war nicht mehr ausgeschildert. Auf unsere Frage, ob wir über die Baustelle zu dem hinten liegenden Ort radeln könnten, gab es ein klares Kopfschütteln. Also wo lang? Wir hatten auf Empfehlung eine Autokarte 1:250.000 gekauft. Leider konnte uns diese Karte in keiner Weise weiterhelfen, da dieser Bereich gar nicht aufgeführt war (Neubau der Straße). Also wir in Richtung See zurück um dort an der Küstenstraße vielleicht auf einen Abzweig zu stoßen, der uns wieder auf den Radweg ins Inland bringen sollte. Leider Fehlanzeige. Wir radelten dann weiter an der Straße und Küste entlang (mit wunderbaren Aussichten auf die Ostsee, die uns wieder versöhnten) um dann von dort wieder nach etlichen Kilometer auf den Radweg zu treffen der sich dann auch an der Küste befand. Da dieser Weg gut ausgeschildert war, gab es dann kein Problem mehr bis nach Malmö in die Jugendherberge zu finden. Nachdem wir unser Gepäck dort untergebracht hatte, starten wir wieder um uns Malmö anzuschauen.

  3.  Tag: Malmö – Helsingborg – 90 km
    Nach einem Frühstück in der Jugendherberge ging es zurück zu dem Punkt, wo wir am Tag vorher den Radweg verlassen hatten und wollten diesen Radweg weiter radeln. Leider fehlten kurz vor dem Bahnhof weitere Hinweisschilder. Nachdem wir uns an der Küste orientieren, dann aber nicht weiterkamen: zurück zur Touristik-Information. Dort kauften wir die (viel zu teure) Radkarte für diesen Bereich und konnten ohne Probleme anhand des guten Maßstabes von 1:90.000 unseren Weg fortsetzen. In Landskrona besichtigen wir die Zitadelle. Als wir zum Fischerdorf Raa kommen, sind wir begeistert. Wir suchen unsere Jugendherberge in Helsingborg und radeln ohne Gepäck wieder zurück nach Raa, um uns dort noch ein wenig umzuschauen

  4. Tag: Helsingborg – Vejlbystrand 83 km
    Wir starten früh in Helsingborg um etwas Zeit zu haben. Wir wollen uns das Schloss Sofiero und die Gartenanlagen anzuschauen. Leider sind wir bereits kurz nach 9 Uhr vor Ort. Die Öffnungszeiten sind allerdings erst ab 10 Uhr. So lange wollen wir nicht warten, da unsere Tagesetappe heute doch auch wieder etwas länger und auch hügeliger wird. Das Fischerdorf Viken, mit den vielen kleinen Holzhäuschen und liebevoll gestalteten Fenster gefällt uns gut. Wir radeln in Richtung Höganäs bis nach Mölle. Das Naturreservat Kullaberg lockt uns. Leider sind dort nur Wanderungen möglich. Nach Mölle führt ein schöner Radweg, den wir allerdings auch ein kurzes Stück wieder zurückradeln müssen, da uns in Ort wieder kein Hinweisschild auf den weiteren Radweg hinweist. Wir fragen Einheimische und bekommen zwei verschiedene Versionen erzählt. Wir entscheiden uns für eine Lösung und müssen aber unterwegs wieder feststellen, dass es bei den vielen kleinen Wegen kaum Hinweisschilder zu den nächsten Orten gibt (km-Angaben fehlen auch) und immer nur die Wege-Bezeichnung angegeben wird. Diese nutzt uns jedoch nicht, da sie wiederum nicht auf der Karte erscheinen. Ein Radweg ist ausgewiesen, der uns in recht unwirtliches Gelände führt. Aber wir finden den Radweg wieder und kommen dann auch in die Jugendherberge an. Abends sind wir am Strand und lassen uns es im Wasser (ca. 26 Grad) gutgehen.
  5. Tag: Vejlbystrand – Melbystrand 65 km
    Heute wollen wir die Halbinsel Bjäre erradeln.  Immer wieder lassen uns grandiose Ausblicke auf das Meer und die Landschaften anhalten. Schöne Strände, Fischerorte mit Yachthäfen sowie Kite-Surfer, Segel- und Motorboote wechseln sich ab. Auch hier wieder gibt es oft mangelhafte Radwegbeschilderungen. Nach einigem Hin- und Her radeln wir schließlich auf der Straße die letzten 7 km nach Bastad (bekannt für sein im Juli ausgetragenes Tennis-Turnier) hinunter. Durch riesige Gebiete von Ferienhäusern führt uns dann der Radweg wieder zu unserer Jugendherberge. Auch diese liegt nah am Strand und wir radeln mit dem Rad am Strand entlang.
  6. Tag: Melbystrand – Grimsholmen 72 km

    Heute geht die die Tour nicht nur am Wasser entlang. Wir radeln etwas weiter im Inland, welches dann auch manchmal schön hügelig wird. Wir pausieren bei der Mühle in der Nähe von Särdal. Angeblich die höchste (über 6 Stockwerke) im Norden. Im wunderbar angelegten Garten mit Steinskulpturen sitzen wir entspannt etwas im Schatten und geniessen. Dann folgt einer der schönsten Abschnitte des Radweges. Es beginnen bereits Abschnitte mit schärenartigem Charakter. Bei der Planung der Tour lag auf diesem Abschnitt keine Jugendherberge in der Nähe unserer Tagesetappe. Nachträglich gesehen, waren wir sehr froh. Bei Christina und Carl hatten wir über Internet B&B gebucht. Und wir wurden herzlichst empfangen. Die Anlage ist liebevoll gestaltet. Der Blick aus dem Wintergarten und auch dem Frühstücksraum geht hinaus aufs Meer. Auch hier gehen wir abends noch an den Strand.

  7. Tag: Grimsholmen – Varberg 57 km
    Am nächsten Tag regnet es morgens beim Frühstück. So bleibt etwas mehr Zeit. Christina und Carl erzählen, dass sie die ersten waren, die B&B angeboten haben. Auf unsere Fragen nach Mücken und Elchen sind sie amüsiert. Mücken gibt es so gut wie nicht an der Westküste. Aber Elche schon. Diese kommen um das salzhaltige Wasser zu trinken. Im Jahr davor hatte sich ein Jung-Elch, der wohl gerade von der Mutter verstoßen war, im Garten der Beiden verirrt. Diese waren dann froh, dass außer den Pflanzen nicht viel gelitten hatte. Elche können sehr viel Schaden anrichten, wenn sie sich eingeengt fühlen.
    Nach dem Regen brechen wir auf und der Radweg führt uns weiter auf schöne Küsten-
    Abschnitte entlang in Richtung Falkenberg. Eine alte Zollbrücke führt uns in die Stadt hinein. Die Altstadt ist nicht sehr groß, aber hübsche, gepflegte  Holzhäuschen umgeben die Kirche. Unsere Jugendherberge liegt kurz vor Varberg bei Vare. Diese liegt zwischen Wiesen am Berg etwas im Inland. Nachdem wir unser Gepäck untergebracht haben, radeln wir runter in das Fischerdorf Traslövsläge. Dort liegen im Hafen noch Fischerboote und die Netze sind zum Trocken ausgelegt. Wir gehen ausnahmsweise mal eine Kleinigkeit essen. Da in der Jugendherberge kein Frühstück angeboten wird, müssen wir am nächsten Tag in der vorhandenen Küche selbst verköstigen.
  8. Tag: Varberg – Asa 61 km
    Die heutige Etappe war nicht so groß geplant. Wir radeln in Richtung Varberg einen grandiosen Radweg, den wir uns mit vielen Joggern teilen. Aber hinter jeder Kurve überraschen uns die wunderbaren Formen der Felsen. Wir können uns kaum sattsehen und sind neugierig, was noch alles kommt. Es ist sehr dunstig. In der Ferne sehen wir die Festung von Varberg. Erst wenn man dort angekommt, sieht man, wie gewaltig die Mauern der Festung hochragen. Nach Varberg durchradeln wir das Naturreservat Getterön. Viele Wildgänse sammeln sich dort. Der Krach schallt  zu uns hinüber. Auch über uns ziehen Scharen von Wildgänsen zu diesem Gebiet. In Frillesas machen wir eine kurze Rast. Ganz entspannt radeln wir weiter und bemerken erst gar nicht, dass wir bereits die Jugendherberge hinter uns gelassen haben. Also zurück. Auch hier liegt diese direkt am Wasser. Abends genießen wir wieder den Strand.
  9. Tag: Asa – Göteborg 67 km
    Heute wollen wir die Endmoräne Fjäras Bräcka ansteuern. Diese hat sich vor ca. 13.000 Jahren gebildet. Sie erstreckt sich quer über Tal des Lygnern-Sees und staut den See auf 15 m ü.d.M.

    Bereits im Vorfeld wurde vor dem Anstieg gewarnt. Es gibt hier zahlreiche Funde aus der Bronze- und Eisenzeit. Das große Gräberfeld mit mehr als 100 aufgestellten Steinen kommt als erstes in den Blick. Die blühende Heide lenkt ein wenig von den Steinen ab. Aber das Feld ist so groß, dass wir es gar nicht von unserem Standpunkt mit dem Foto-Apparat in einem Bild festhalten können.
    Wir radeln weiter bergauf und sehen auf der linken Seite versteckt ein Cafe. Da der Himmel immer bedrohlicher dunkel wird und auch bereits 2 Blitze zu sehen waren, steuern wir das Cafe an.  Dort ist u.a. auch eine Ausstellung über das Naturreservat zu besichtigen. Den Kaffee trinken wir noch draußen. Auch unsere Wasserflaschen füllen wir mit Wasser aus dem Lygnern-See. Im Bereich der linken Talseite der Moräne sehen wir natürliche Filteranlagen für die Wasseraufbereitung für die Stadt Kungsbacka. Da es jetzt immer dunkler wird, stellen wir unsere Räder unter und besichtigen die Ausstellung. Interessante Informationen können wir dort nachlesen. Ein Cholera-Friedhof existiert im gegenüberliegendem Bereich. Das sehen wir uns an, als die dunklen Wolken ohne Regen sich verzogen haben. Danach geht es weiter hinauf. Wir radeln direkt auf dem Grat der Moräne und haben auf der anderen Seite einen wunderbaren Ausblick auf den Lygnern-See und die Kirche von Fjäras.  Auch hier darf kann man nur zu Fuß oder mit dem Rad entlang. Wir haben uns hier viel Zeit gelassen. Der Blick ist einfach phantastisch.
    Aber es soll heute noch bis Göteborg gehen. Immer am Meer lang führt uns der Radweg mit vielfältigen Aussichten. In Särö beginnt das Einzugsgebiet von Göteborg. Und damit auch die Bebauung mit tollen Häusern. Die Yachthäfen gehen fast in einander über.
    Leider haben wir keine Radkarte von Göteborg. Wir quälen uns durch die Stadt um zur Jugendherberge zu kommen. Das Zimmer ist winzig. Die Jugendherberge liegt an einer vielbefahrenen Straße und alle paar Minuten kommen die Straßenbahnen dort entlang.

  10. Tag: Göteborg (+ Fähre)
    Wir wollen nach Frühstück eine Schären-Schifffahrt machen. Wir besorgen uns in der Jugendherberge eine Tages-Karten für die Öffis (radeln ist uns vergangen) und fahren mit der 11 nach Saltholmen. Dort steigen wir eine Fähre, die die Schären, die südlich von Göteborg liegen, anfährt. Es ist ein Tragflächenboot und legt eine rasante Fahrt vor. Stehen ist manchmal fast unmöglich. Wir legen an verschiedenen Schären an und genießen einfach die Fahrt.
     Anschließend fahren wir wieder in die Stadt und wollen das von allen angepriessenen „Nordstan“ – Einkaufszentrum ansteuern. Wir laufen durch und merken: das ist jetzt nicht unser Ding! Von dort gehen wir zum Hafen, an dem die Oper liegt. Dort liegt auch das Museums-Segelschiff „Viking“. Und es gibt „Lilla Bomm.Torg. Dort setzen wir uns draußen hin und schauen uns das Treiben im und am Hafen an. Paddelboote kann man mieten und sich auf den Kanälen um die Altstadt umschauen. Unsere Fähre nach Kiel legt um 19 Uhr ab. Wir wollen noch ein wenig Lakritze kaufen (und Knäckebrot mit Zimt) um dann die Räder mit Gepäck von der Jugendherberge zu holen und pünktlich und ohne Hetze in Richtung Fähre zu radeln.  Als die Fähre dann den Göta älv in Richtung Ostsee Göteborg verlässt sehen wir den Radweg, den wir hätten radeln können: wunderbar gelegen und immer am Wasser entlang.

  11. Tag: Kiel – Burgdorf 18 km
    Diesmal stellen wir den Wecker richtig und wir können am Morgen noch das Frühstücksbuffet geniessen. Nachdem wir die Fähre verlassen haben, radeln wir noch etwas in Kiel. Wir schauen bei HDW vorbei, radeln um den Kieler Hafen herum und suchen das Zentrum. Dort trinken wir in Ruhe noch einen Kaffee um dann am Bahnhof unser Ticket zu kaufen und die Heimfahrt mit der Bahn anzutreten.

Fazit:

  • Radkarten unbedingt notwendig, wenn man nicht an der Straße lang radeln und auch mal ein paar Abstecher zum Strand oder anderen Sehenswürdigkeiten machen möchte
  • Jugendherbergen recht teuer: muss alles extra bezahlt werden: Bettzeug, Frühstück, Tiefgarage für die Räder; aber meist tolle Lage direkt am Wasser (von Malmö, Helsingborg und Göteborg abgesehen)
  • Superschöne Radwege
  • Meist aufmerksame Autofahrer (als Radler hat man oft Vorrang beim Queren von Straßen)
  • 601 km
  • Eine phantastische Landschaft
  • Radweg: Ginstleden bzw. Cykelsparet
  • Direkt nach Asa:  eine ca. 8 km lange Strecke direkt auf Landstraße zu radeln, wo uns oft Busse und Autofahrer viel zu schnell und zu eng überholten (warum das an diesem Abschnitt so war, erschloss sich uns nicht, da wir sonst recht rücksichtsvolle Autofahrer vorfanden)
  • 10 Tage wunderbares Radelwetter
  • Wir haben unser Abendbrot immer in der Jugendherberge eingenommen. Dort gibt es i.R. gut ausgestattete Küchen. Der Einkauf von Lebensmitteln ist in den Orten gewährleistet. Als Getränk wählten wir immer Leitungswasser, welches immer sehr erfrischend und kalt zur Verfügung stand
  • Golfplätze ohne Ende

 

 

 

 



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2 Kommentare »

  1. Danni — 13. April 2016 @ 08:45

    Hallo, das ist ein schöner Artikel, auch wenn er schon etwas älter ist. Wir wollen im Sommer nach Schweden, natürlich radeln. 🙂 Und da freut man sich über jeden Erfahrungsbericht, was sich lohnt und worauf man achten sollte.

    Grüße, Danni

  2. Markus — 3. Januar 2017 @ 21:49

    Hallo toller Bericht können die dort deutsch und geht es gut kinderanhänger zum radeln gruss

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