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Jörn von: am: 19.01.2014
Jörn Autor(in):    |   19. Jan 2014   |    Kategorie: Genusstouren, Tourentipps,

Hamburger Radtour zum Bergedorfer Schloss

Endlich wieder einmal ein Tag mit schönem Wetter. Da kam mir die Idee heute zum Bergedorfer Schloss zu fahren. Kennt ihr nicht? Es ist das einzige noch erhaltene Schloss im Hamburger Stadtgebiet. Es liegt im Osten Hamburgs, im Stadtteil Bergedorf.

Das Bergedorfer Schloss in Hamburg-Bergedorf

Das Bergedorfer Schloss in Hamburg-Bergedorf

Gestartet bin ich an den Hamburger Landungsbrücken. Zunächst ging es erst einmal durch die neue HafenCity, vorbei an unserem Millionengrab Richtung Elbbrücken. Kurz hinter den Elbbrücken überquert man das Sperrwerk in der Billwerder Bucht. Die Billwerder Bucht bildet den letzten Mündungsteil der Bille, bevor der Nebenfluss, durch ein Sperrwerk gebändigt, am Rand des Hamburger Hafengebietes in den Elbstrom fließt. Dort, in den Stadtteilen Rothenburgsort und Billbrook, hat die Elbe noch starken Einfluss auf die mündende Bille. Das Sperrwerk an der Billwerder Bucht ist das zweitgrößte in Deutschland (Platz Eins belegt das Eider-Sperrwerk). Es wurde 1965 zum Schutz vor Sturmfluten erbaut. 2002 wurden 25 Millionen Euro für den Umbau der bis zu 8,1 Meter über Normal-Null hohen Tore investiert. Ein Tor des Sperrwerks wiegt knapp 250 Tonnen. 

Sperrwerk an der Billwerder Bucht

Sperrwerk an der Billwerder Bucht

Nachdem man das Sperrwerk überquert hat, befindet man sich auch schon auf der Wasserkunstinsel Kaltehofe. Nun ist es auch vorbei mit der Großstadthektik. Kaltehofe gehört zu den Highlights der Tour.  Man befindet sich nun auf dem Elberadweg, der von den Hamburger Radlern gern als Sprungbrett in die Vier- und Marschenlande für Trainingsrunden genutzt wird.

Wasserkunstinsel Kaltehofe

Wasserkunstinsel Kaltehofe

 

Kaltehofe - fernab der Großstadthektik

Kaltehofe – fernab der Großstadthektik

 „Wasserkunst“ war übrigens bis 1924 die Bezeichnung für Wasserwerke bzw. Wasserversorgungsanlagen. Seit der Schließung des Wasserwerkes geriet das 44 Hektar große, umzäunte Areal in einen Dornröschen-ähnlichen Schlaf.

Das für die Öffentlichkeit nicht zu betretene Gebiet wird bis heute von den Hamburger Wasserwerken gepflegt. Ein kleiner Teil der Anlage dient heute als Museum und ist auf dem Außengelände kostenlos zu besichtigen.

So ist die Anlage auch heute noch voll funktionsfähig. Langsam entwickelte sich Kaltehofe zu seinem heutigen Reiz. Trotz der Emmissionen durch die umliegende Industrie entstand hier eine kleine grüne Oase. Ursprünglich wurde Kaltehofe landwirtschaftlich genutzt. Die Insel ist aber kein natürliches Produkt, sondern wurde von Menschenhand erschaffen.

Durch die Begradigung der Nordelbe und die Entstehung der Billwerder Bucht (1875-1879) entstand die künstliche Elbinsel. Fast 100 Jahre (bis 1964) wurde Hamburgs Innenstadt mit Wasser aus Kalthofe beliefert. 1990 wurde das Werk geschlossen. Das Werk war durch die Müllverbrennungsanlage und den Chemiekonzern Böhringer gefährdet. Böhringer wurde in den 80er Jahren bundesweit durch den Böhringer Skandal bekannt. Abgesehen von den Pflegemaßnahmen bleibt das Werk bis heute sich selbst überlassen.

Rad-Tour auf dem Elbe-Radweg

Rad-Tour auf dem Elbe-Radweg

Im weiteren Verlauf der Tour trifft man auf die Boberger Dünen, wo ein wenig Dänemark-Feeling aufkommt. Hamburgs letzte Wanderdüne ist von Heidelandschaft und Marschwiesen umgeben. Die Dünen wurden im 19. und 20. Jahrhundert abgetragen und für Bauzwecke und Geländeeinebnungen genutzt. Als letzter Rest sind die Boberger Dünen erhalten. Heute sind die Boberger Dünen Hamburgs einzige Wanderdüne mit wunderschöner Heidelandschaft.

Hamburgs letzte Wanderdünen - die Boberger Dünen

Hamburgs letzte Wanderdünen – die Boberger Dünen

 
Einige Kilometer weiter im Stadtteil Bergedorf sieht man auch schon das Bergedorfer Schloss.  Das Bergedorfer Schloss liegt in einer Parkanlage an der Bille. Seine Grundmauern stammen aus dem 13. Jahrhundert. Die ursprüngliche Anlage, die erst nach der Aufstauung der Bille entstand, war ein einfacher Wehrturm mit Palisaden. Möglicherweise hat der dänische Vasall Albrecht von Orlamünde die Grundlagen für den Bau der Burg gelegt. Nach der Schlacht bei Bornhöved 1227 übernahmen die Sachsenherzöge die Burg, ehe im Jahre 1420 die Hansestädte Hamburg und Lübeck zusammen Stadt und Burganlage eroberten. Gemeinsam herrschten sie über das neu geschaffene Amt Bergedorf beinahe 450 Jahre – ein in der europäischen Geschichte beispiellos langes Kondominium. Die Amtsverwaltung wurde im „Schloß“ eingerichtet, ehe 1868 Hamburg Lübecks Anteil für 200.000 Taler kaufte und somit Alleinbesitzerin wurde.
Im Schloss gibt es eine Einkehrmöglichkeit. Ein Besuch des Museums ist empfehlenswert.
Rad-Tour zum Bergedorfer Schloss

Rad-Tour zum Bergedorfer Schloss

Der weitere Verlauf der Tour führte dann durch die Vierlande auf dem Elbe-Radweg zurück zu den Hamburger Landungsbrücken. 
Alles in allem eine schöne Tour, die ich weiterempfehlen kann.
 

 





2 Kommentare »

  1. Max
    Max — 21. Januar 2014 @ 10:45

    Klasse Beitrag!

  2. Andrea Maurer — 4. Juli 2016 @ 11:19

    Hallo Ihr Lieben!,

    Bestimmt kennt ihr schon das Klimasparbuch, das dazu animieren soll, den Alltag klimafreundlicher zu gestalten?

    Die nützliche & informative Broschüre ist bereits in über 20 Städten/Regionen erschienen!

    Dieses Jahr ist Hamburg an der Reihe – mit einer Gratis-Sonderedition für Hamburger Studenten/innen.

    Für einen Artikel über das Hamburger Ausflugsziel „Boberger Düne“ bräuchten wir obiges Foto mit Mountainbike in Hochauflösung von euch.

    Dürfen wir das Foto verwenden? Über schnelle Rückmeldung wäre ich dankbar.

    Herzliche und sonnige Grüße aus München,

    Andrea Maurer vom Klimasparbuch (oekom verlag)

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