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Franz von: am: 23.02.2014
Franz Autor(in):    |   23. Feb 2014   |    Kategorie: Genusstouren, Radwege, Tourentipps,

Eine Radtour durchs Altmühltal

Ein Tagebuch über meine Radtour von der Quelle der Altmühl in Hornau bis Regensburg

Eine der schönsten Rad-Touren, die ich mit meinem Enkel gemacht habe. In 8 Etappen, mit 7 Übernachtungen und insgesamt 361 gefahrenen Fahrrad-Kilometern. Durch wunderschöne Landschaften mit einzigartigen Sehenswürdigkeiten. Unsere Anreise erfolgte mit Auto und Bahn. Mit dem Rad gestartet sind wir in Rothenburg ob der Tauber.

1.Etappe

Das Wetter ist bedeckt und regnerisch. Wir kommen gegen Mittag in Rothenburg o.d.T. an. Wir essen am Bahnhof eine Kleinigkeit und machen uns dann auf zu einer kurzen Stadtbesichtigung. Diese Stadt muss man einfach gesehen haben. Wir gehen mit unseren Fahrrädern zu Fuß durch die Stadt. Das Wetter verschlechtert sich zusehends. Und trotzdem ist der Rundgang durch die Stadt ein tolles Erlebnis. Die Stadt ist voller Touristen. Es sind sehr viele Japaner und Radler unterwegs. Zwischendurch, manchmal, ganz kurz, kommt die Sonne hervor. Rothenburg macht seinem Ruf als schönes, mittelalterliches Städtchen alle Ehre.

Das Stadttor von Rothenburg

Das Stadttor von Rothenburg

Gegen 15 Uhr beginnt unsere erste Etappe und damit unsere Radtour in leichtem Nieselregen. Unser Tagesziel ist der Ort Hornau. Der Weg dahin ist sehr anstrengend. Es gilt viele Steigungen zu überwinden. Gleich hinter Rothenburg beginnen die „viehischen Anstiege“. Wir fahren den kleinsten Gang. Wir sind geschafft. Wir müssen oft absteigen und verschnaufen. Wenn wir denken, der Anstieg hat ein Ende, dann haben wir uns geirrt. Hinter der nächsten Biegung wird der Anstieg noch steiler. Bis Neusitz und Wachsenberg wird es immer schlimmer. So anstrengend hatten wir uns unsere erste Etappe nicht vorgestellt. Wir sind froh, als wir am Ziel sind. Gegen 16.30 Uhr erreichen wir Hornau. Hier machen wir Quartier. Wir müssen nicht lange suchen.

Nach der anstrengenden Rad-Tour findet sich schnell eine Unterkunft

Nach der anstrengenden Rad-Tour findet sich schnell eine Unterkunft

Das erste (und wahrscheinlich einzige) Quartier in Hornau, andere haben wir nicht gesehen, ist gut und wir nehmen es. Es ist preiswert und die Wirtsleute sind sehr nett und entgegenkommend. Da es im Ort keine geöffnete Gaststätte gibt, bietet uns die Wirtin an, uns zum Abendessen eine Brotzeit zuzubereiten. Die Brotzeit ist so reichlich und gut, dass wir übersatt vom Tisch aufstehen. Zur Verdauung gibt es einen (und noch einen) „selbstgebrannten“ Zwetschgenschnaps. Er schmeckt wunderbar. Wir erfahren, dass es auf dem Dachboden davon noch ca. 200 Liter gibt. Na dann!

Vor dem Abendessen hatten wir uns, weil es ja noch früh am Abend war, noch mal aufs Rad gesetzt und die zwei Altmühlquellen besichtigt. Die „Wildbad-Quelle“, wie so viele andere Rinnsale, fließen in den Hornauer Weiher. Den Hornauer Weiher kann man deshalb mit Fug und Recht als das „Quellgebiet“ der Altmühl bezeichnen.

Das Quellgebiet

Das Quellgebiet

 

Die Altmühlquelle

Die Altmühlquelle

Gegen 21 Uhr gehen wir schlafen, nicht ohne vorher, wie an jedem der folgenden Tage, unsere Bilder durchgesehen und unser Tagebuch geschrieben zu haben. Draußen scheint die Sonne.

Zusammenfassung 1. Etappe

Gesamt-Kilometer: 24,9

Tages-Kilometer: 24,9

Zeit: 2h 13min

Durchfahrene Orte: Rothenburg o.d.Tauber – Neusitz – Wachsenberg – Linden – Nordenberg – Windelsbach – Hornau

Besichtigungen: Rothenburg o.d. Tauber-Altmühlquelle

 

2. Etappe

Wir werden mit Hahnenschrei geweckt. Das Wetter ist warm und sonnig. Wir frühstücken und tragen unseren Dank ins Gästebuch des Hauses ein.

unser Gästebucheintrag...

unser Gästebucheintrag…

Wir starten pünktlich um 9 Uhr zu unserer 2. Etappe, nicht ohne uns vorher gehörig von Frau Busch und ihren Enkeln verabschiedet zu haben.

... am Ortsausgang von Hornau

… am Ortsausgang von Hornau

 

unterwegs ...

unterwegs …

In der Folge fahren wir vorbei an blühenden Wiesen und Feldern. Die Mahd hat noch nicht begonnen. Gut für mich. Habe ich doch so genügend Blumen-Motive. Schlecht für meinen Enkel. Er muss dauernd mit anhalten und warten, bis ich meine Fotos „im Kasten“ habe.

Blumenwiese

Blumenwiese

Auf den nächsten Kilometern bekommen wir ein Prachtexemplar von einer 300-jährigen Eiche zu Gesicht. Eine Schönheit unter Ihresgleichen.

Kurze Pause unter einer 300-jährigen Eiche

Kurze Pause unter einer 300-jährigen Eiche

Ein paar Kilometer später taucht die Burg Colmberg auf, die wir auch ausgiebig besichtigen.

Die Burg Colmberg

Die Burg Colmberg

 Einen Teil des „Aufweges“ müssen wir die Fahrräder natürlich wieder schieben. Der Ausblick belohnt alle Mühe.

Als Belohnung ein toller Ausblick

Als Belohnung ein toller Ausblick

Im Inneren der Burg gibt es im Rittersaal viel Interessantes zu sehen. Die Abfahrt erledigen wir wieder im „Sauseschritt“. Nachdem wir Wasser „getankt“ haben, essen wir zu Mittag beim Fleischer in Colmberg. Da das Wetter schön ist, essen wir an einem Imbisstisch vor dem Laden in der Sonne. In Leutershausen besichtigen wir ein interessantes Denkmal für einen Flugpionier.

Denkmal für einen Flugpionier

Denkmal für einen Flugpionier

In Ornau besichtigen wir die schöne Altstadt.

mittelalterlich romantische Altstadt

mittelalterlich romantische Altstadt

Gegen 16.30 Uhr sind wir am Altmühlsee. Der Altmühlsee ist eine riesige Wasserfläche und ein beliebtes Naherholungsgebiet für Wassersportler.

Blumenwiese unterwegs

Blumenwiese unterwegs

Gegen 17 Uhr sind wir in Gunzenhausen. Wir nehmen Quartier im Gasthof „Adlerbräu“ in Gunzenhausen. Die Unterkunft ist sehr gediegen. Nachdem wir uns frisch gemacht haben, machen wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt. Danach essen wir in unserer Herberge gut zu Abend. Nach dem Abendessen machen wir nochmals einen Bummel in der Stadt. Die Sonne schaut noch einmal kurz durch die Wolken.

Nach dem Spaziergang genießen wir noch ein Bier in der Gaststätte in unserer Herberge. Danach gehen wir aufs Zimmer – Tagebuch schreiben und „Bilder löschen“.

Tagebuch schreiben in unserer Unterkunft

Tagebuch schreiben in unserer Unterkunft

Gegen 22.30 Uhr gehen wir schlafen.

Zusammenfassung 2. Etappe

Gesamt-Kilometer: 96,6

Tages-Kilometer: 71,7

Zeit: 4h 49min

Durchfahrene Orte :

Hornau – Burghausen – Binzwangen – Colmberg – Frommetsfelden – Jochsberg – Leutershausen – Hilsbach – Herrieden – Thann – Großenried – Mörlach – Ornau – Gunzenhausen

Besichtigungen: Denkmal eines Flugpioniers in Leutershausen, Altstadt von Ornbau, Burg und Kirche in Colmberg

 

3. Etappe

Der Tag beginnt mit Nebel. Später, ab 7 Uhr, scheint wieder die Sonne. Das Frühstück ist reichlich und gut. Danach machen wir uns fertig für die Fahrt. Wir starten Punkt 9 Uhr. Wir schlendern noch eine Runde über den Markt, „kaufen ein bisschen Geld ein“, füllen unsere Wasserreserven auf und dann geht es um 9.55 Uhr richtig los.

Stadtbummel

Stadtbummel

Die „100 km – Marke“ erreichen wir an einem Lager von Heuballen neben unserem Radweg. Hier machen wir einen kurzen Fotostop.

Die ersten 100 Kilometer sind geschafft!

Die ersten 100 Kilometer sind geschafft!

Kurze Zeit später sind wir in der Ortschaft Markt-Berolzheim. Hier besichtigen wir die Kirchen St. Maria und St. Michael. Gegen 13 Uhr sind wir in Treuchtlingen. Die Besichtigung der Römischen Siedlung „Villa Rustika„ sparen wir uns, nachdem wir uns mit einem ortsansässigen Kleingärtner unterhalten haben, welcher uns glaubhaft versichert, dass es sich dabei nur um ein paar Ruinenreste im Wald handelt.

Mohnblumen am Wegesrand

Mohnblumen am Wegesrand

Gegen 15 Uhr sind wir in der Ortschaft Pappenheim. Um 15.15 Uhr beginnen wir mit der Besichtigung der Burg Pappenheim einschließlich Bergfried, nachdem wir uns wieder einmal mit großer Anstrengung den Berg hochgequält haben. Es handelt sich um ein wunderschönes, altes Bauwerk mit Hotelanlage.

Gegen 17.10 Uhr fahren wir in der Stadt Solnhofen ein. Bei der Quartiersuche haben wir wieder Glück. Wir finden am Stadtrand eine wunderschöne, große Ferienwohnung, direkt an der Altmühl gelegen. Sie sagt uns zu und wir nehmen sie. Da die Geschäfte um 18 Uhr schließen, gehen wir schnell noch einkaufen, machen uns frisch und gehen dann in Ruhe Abendbrot Essen im Gasthaus Alte Schule. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Stadt gehen wir in unsere Ferienwohnung und machen einen Fernsehabend.

Wir gehen bald schlafen, nachdem wir wie immer unser Tagebuch geschrieben und die Bilder durchgesehen haben.

Zusammenfassung 3. Etappe

Gesamt-Kilometer: 151,1

Tages-Kilometer: 54,8

Zeit: 4h 9min

Durchfahrene Orte: Gunzenhausen – Aha – Windsfeld – Markt Berolzheim – Treuchtlingen – Dietfurt – Pappenheim – Solnhofen

Besichtigungen: Kirchen St. Maria und St. Michael in Markt Berolzheim, die Burg Pappenheim

 

4. Etappe

Der Tag beginnt mit blauem Himmel und Sonne. Als ich aufstehe und aus dem Dachfenster der Toilette schaue, sehe ich am gegenüberliegenden Ufer im Wasser der Altmühl einen Reiher stehen. Er wartet dort sicherlich auf sein Frühstück. Es ist herrlich anzusehen. Unser Frühstück bekommen wir auf demZimmer serviert. Gegen 9 Uhr starten wir in den neuen Tag.

Start in einen neuen Tag

Start in einen neuen Tag

 

Zunächst besichtigen wir die Sola-Basilika in Solnhofen. Eine alte römische Stätte. Und die daneben liegende Kirche.

Antike Relikte

Antike Relikte

Danach gehen wir ins Bürgermeister-Müller-Museum, ein Museum der Ur- und Frühgeschichte. Hauptsächliche Exponate sind die wunderbaren Versteinerungen.

Begrüßung im Bürgermeister-Müller-Museum

Begrüßung im Bürgermeister-Müller-Museum

Gegen 11 Uhr verlassen wir das Museum. Wir machen uns wieder auf den Weg. Kurz nach Solnhofen fahren wir unweit an der bekannten Felsformation „Die zwölf Apostel“ vorbei. Und kurze Zeit darauf an der Felsformation „Die Hilzerne Klinge“. Um 12.30 sind wir in der Gemeinde Dollnstein. Dort besichtigen wir die Pfarrkirche St. Peter. Unseren Mittagsimbiss nehmen wir ein am Imbissstand im wunderschön gelegenen, beheizten Freibad in Breitenfurt. Hier machen wir eine ganze Weile Rast.

Burgstein bei Dollnstein

Burgstein bei Dollnstein

Eichstätt erreichen wir gegen 14.30 Uhr. Wir besichtigen das Kloster Rebdorf, ein interessantes Ensemble, und sehen in der Ferne die Willibaldsburg.

Das Kloster in Eichstätt

Das Kloster in Eichstätt

Wir verlassen Eichstätt gegen 16 Uhr und sind gegen16.30 Uhr in Pfünz und nehmen unser Quartier in einem Gasthof. Um 17.00 Uhr sitzen wir an frischer Luft im Biergarten in der warmen Abendsonne und schlürfen erst mal ein Getränk. Dann bestellen wir uns was Leckeres zum essen. Später noch einmal Nachschlag. Das Essen schmeckt hervorragend und ist preiswert. Um 19:10 Uhr machen wir uns auf einen Abendspaziergang in die Ortschaft. Zur Altmühl und auf den Feldherrnhügel. An der Altmühl sehen wir eine Brücke aus der Römerzeit.

Römische Brücke an der Altmühl

Römische Brücke an der Altmühl

Wir besichtigen ganz lange und ausführlich das Römerkastell Pfünz. Es ist gerade rekonstruiert und in einem wunderbaren Zustand. Eine alte Römerwache ist sogar mit lebensgroßen Soldaten ausstaffiert. Schautafeln geben einen Eindruck von der Größe der ursprünglichen Gesamtanlage des Kastells.

Eingang zum Römer-Kastell Pfünz

Eingang zum Römer-Kastell Pfünz

Als wir gehen, geht der Vollmond auf über Pfünz. „ER“ wird in der Nacht noch ein schönes Fotoobjekt für mich sein. Wir erleben an diesem Abend Sonnenuntergang und Mondaufgang zur gleichen Zeit. Wir gehen fast im Dunklen nach Hause. Der Tag war schön und am Abend noch sehr lehrreich, was die Geschichte der alten Römer betrifft. Abends, auf dem Zimmer, noch Bilder anschauen und ein bisschen Fernsehen. Dann gehen wir schlafen.

Zusammenfassung der 4. Etappe:

Gesamt-Kilometer: 191

Tages-Kilometer: 39,7

Zeit: 2h 55min

Durchfahrene Orte: Solnhofen – Mörnsheim – Dollnstein – Breitenfurt – Obereichstätt – Wasserzell – Eichstätt – Pfünz

Besichtigungen: Sola-Basilika und Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen, die Zwölf Apostel, die Hilzerne Klinge, die Pfarrkirche St. Peter in Dollnstein, das Kloster Rebdorf in Eichstätt, das Römerkastell Vetoniana in Pfünz

 

5. Etappe

Blauer Himmel und Sonnenschein am Morgen verheißen einen schönen Tag. Wir stehen um 7 Uhr auf und frühstücken um 8 Uhr. Das Frühstück ist gut und üppig. Um 9.22 Uhr treten wir wieder in die Pedalen.

Die von uns so benannte „DONAUSCHLINGE“ (Altmühlschlinge ) bei Arnsberg über Böhming hat es in sich. Sie führt einmal um einen Berg in der Gungoldinger Heide. Ganz steile Anstiege und Abfahrten sind zu bewältigen. Wir erreichen Kipfenberg gegen 11 Uhr. Hier in Kipfenberg wollen wir die Burg Kipfenberg und den geografischen Mittelpunkt von Bayern besichtigen.

Burg Kipfenberg

Burg Kipfenberg

 

Der geografische Mittelpunkt Bayerns

Der geografische Mittelpunkt Bayerns

Es wird wieder einmal eine ziemliche Schinderei. Die ganze Strecke zum geografischen Mittelpunkt, die Burg liegt auf halber Höhe, müssen wir die bepackten Fahrräder 2 km bei 12 % Steigung nach oben schieben. Wir kommen mächtig ins schwitzen und sind froh, als wir uns an einem Waldrand auf einer Bank im kühlen Schatten ausruhen können.

Kräfte sammeln im kühlen Schatten

Kräfte sammeln im kühlen Schatten

Wir lassen unserer Phantasie freien Lauf. Wir malen uns aus, wenn wir den geografischen Mittelpunkt dann hinter dem Berg endlich erreicht haben, werden wir in der schönen großen Gaststätte (ein geografischer Mittelpunkt eines Landes muss ja eine pompöse Gaststätte haben) ein schönes Mittagessen zu uns nehmen nach der enormen Schinderei.

Pustekuchen !

Als wir uns nach der kurzen Rast wieder in die Sättel schwingen – sind wir auch schon da. „Er“, der Geografische Mittelpunkt, lag nur 250 m von unserem Rastplatz entfernt am gleichen Waldrand und hat weder eine Gaststätte noch einen Kiosk, geschweige denn ein pompöses Mahl.

Der Mittelpunkt Bayerns

Der Mittelpunkt Bayerns

Wir sind maßlos enttäuscht. Das hätten wir nicht gedacht. Wir sind regelrecht sauer. Wir machen unsere Fotos und rauschen in ca. 2 1/2 min wieder nach unten. Nach oben haben wir immerhin eine gute halbe Stunde gebraucht. Da wir einen enormen Hunger haben, suchen wir den nächst-besten Imbiss und schlagen uns den Bauch voll. Heute Mittag schmecken uns Leberkäs, Bratwurst und Boulette noch mal so gut. Gegen 12.45 Uhr geht es weiter.

Wir erreichen die 200-Kilometer-Marke

Wir erreichen die 200-Kilometer-Marke

Um 13.15 Uhr kreuzen wir die Autobahn A9 bei Kinding. In Kinding besichtigen wir eine alte Wehrkirche. In Beilngries sind wir gegen 14.45 Uhr. Am dortigen Segelflugplatz machen wir eine kurze Rast und sehen den Segelfliegern bei ihrem Treiben zu. In Töging stoßen wir bereits auf den Donau-Radweg. Gegen 15.35 sind wir in Dietfurt, unserem heutigen Etappenziel. Die Temperatur und die Luft an diesem Abend „ist so was von Sahne“. Um 16.30 Uhr sitzen wir bereits bei einem schönen Bier und einem schönen Radler im Biergarten der Pension und stöbern in der Speisekarte. Auch diese Pension hat eine gute Küche, wie sich später herausstellt. Der Wirt unterhält sich mit uns und erzählt uns die Geschichte vom Main-Donau-Kanal.

Ein Spruch aus der Speisekarte :

„Lasst uns essen, damit der Bauch nicht denkt, dass die Zähne schon beim Teufel sind.“

Die Zusammenfassung unserer Speisen und Getränke bei diesem Abendessen: 3 Helle, ein Hochmoorgeist, ein Radler, ein Spezi, ein Wilderertopf und einen Schlemmersalat. Zum Abschluss Waffeln mit Sauerkirschen und Sahne und noch einen Hochmoorgeist für mich. 19.10 Uhr: Das Wetter ist schön, Fernsehen haben wir nicht – also gehen wir noch eine Runde in die Stadt. Wir haben wieder einmal Glück und können richtig was erleben. In Dietfurt ist ein Volksfest. Wir kommen gerade zur Siegerehrung für die Läufer an einem stattgefundenen Volks-Lauf „Jura 2000″.

Ziel beim Volkslauf Jura2000

Ziel beim Volkslauf Jura2000

Wir genießen die Abendsonne und die Blasmusik. Ich genehmige mir noch ein Bier und eine Bratwurst. Bei meinem Enkel besteht kein Bedarf mehr nach dem üppigen Abendessen. Ich nehme mein Bierglas in die Hand und wir machen eine Stadtbesichtigung, immer entlang der alten Wehranlage der Stadt mit den vielen Wehrtürmen, bis wir am Marktplatz wieder ankommen und ich mein Bierglas wieder abgeben kann. Dann machen wir uns auf den Heimweg. Gegen 21 Uhr kommen wir wieder in der Pension an, nachdem ich unterwegs noch ein paar schöne Blumen-Motive fotografiert habe.

Blumen noch und nöcher

Blumen noch und nöcher

Zusammenfassung 5. Etappe

Gesamt-Kilometer: 246,6

Tages-Kilometer: 55,5

Zeit: 3h 51min

Durchfahrene Orte: Pfünz – Inching – Walting – Pfalzpaint – Gungolding – Arnsberg – Böhming – Kipfenberg – Kinding – Pfraundorf – Beilngries – Kottingwörth – Töging – Dietfurt

Besichtigungen: Stadtmauer und Wehranlagen Dietfurt

 

6. Etappe

Heute Morgen erwartet uns schon wieder blauer Himmel und Sonne. Wir bekommen ein solides deutsches Sonntagsfrühstück mit Kuchen, nur das Frühstücksei fehlt. Vor der Pension verabschiedet der Wirt ein paar Gäste. Wir starten heute um 9.30 Uhr.

Heute erfinden wir den Spruch zur Tour:

„Wo es rauf geht – geht es auch wieder runter !

Ohne Anstieg keine Freude an der Abfahrt.“

Was mit anderen Worten bedeutet, dass es heute ein paar solcher Situationen geben wird. Früh empfängt uns erst mal starker Gegenwind. Hinter Mühlbach stoßen wir auf den Main-Donau-Kanal. In Riedenburg sind wir gegen 11 Uhr. Von einer Brücke aus sehen wir das Schloss Rosenburg. Außerdem gibt es in diesem Ort ein Kristallmuseum und eine Fasslwirtschaft. Beides lassen wir rechts liegen. Heute am Sonntag sind so viele Radfahrer unterwegs, dass man fast umgefahren wird.

Ein Storch, der sich nicht stören lässt

Ein Storch, der sich nicht stören lässt

Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Ort Prunn. Den Aufweg zum Ort Schlossprunn beginnen wir um 11.30 Uhr. Die Straße nach Schlossprunn ist wieder einmal eine Riesenschinderei. Noch schlimmer als gestern. Mindestens 11 % Steigung. Nach einer halben Stunde Aufwärtsschiebens haben wir das Schlimmste geschafft und sind oben auf der Ebene. Unsere Mühe wird mit einem herrlichen Ausblick belohnt.

Tolle Aussicht auf Schlossprunn

Tolle Aussicht auf Schlossprunn

Zu Mittag essen wir in der Burgschänke Schlossprunn, unmittelbar neben der Burg Prunn. Es gibt 2 Bratwürstel mit Sauerkraut und Brot und Schweizer Toast und 2 halbe Liter Spezi. Die Burg Prunn besichtigen wir mit einer Führung. Um 14 Uhr machen wir uns wieder auf den Weg. Und wieder sausen wir nach unten in knappen 3 Minuten. An der Tropfsteinhöhle Schulerloch sind wir um 15.30 Uhr. Kurz zuvor durchfahren wir in der Ortschaft Essing Europas größte und schönste Holzbrücke.

Europas schönste und grüßte Holzbrücke

Europas schönste und grüßte Holzbrücke

Der Aufstieg zur Höhle ist zum wiederholten Male an diesem Tage eine Schinderei, obwohl wir die Fahrräder unten am Berg gelassen haben. Um 16 Uhr beginnt die Führung durch die Höhle. Zuvor erfrischen wir uns noch am Kiosk vor der Höhle mit einem Hellen, einem Radler und einer Donauwelle. Die Höhlenwelt ist beeindruckend. Die Besichtigung hat sich gelohnt.

Der Eingang zur Höhle

Der Eingang zur Höhle

Die Tropfsteinhöhle ist in Sichtweite von Kehlheim, unserem heutigen Etappenziel. Zur Besichtigung der Befreiungshalle Kehlheim ist es heute schon zu spät. Wir nehmen Quartier in einer Gastwirtschaft und sind zufrieden, dass es wieder einmal so schnell geklappt hat mit unserer Buchung. Nachdem wir unsere Sachen abgelegt und uns frisch gemacht haben, suchen wir uns ein Lokal zum Abendessen. Wir finden einen tollen Biergarten und bestellen lustig drauflos. Mein Enkel bestellt sich einen Braumeistertopf und ich mir einen großen Salatteller mit frischen Früchten der Saison. Dazu ein kühles Getränk.

Gesunde Stärkung

Gesunde Stärkung

Nach dem Abendessen machen wir noch einen Spaziergang am Donaukanal. Zum Nachtmahl essen wir noch eine Weißwurst und eine Brezen. Um 21 Uhr sind wir wieder in unserem Gasthaus.

Zusammenfassung 6. Etappe

Gesamt-Kilometer: 294,5

Tages-Kilometer: 47,9

Zeit: 3h 19min

Durchfahrene Orte: Dietfurt – Mühlbach – Meihern – Gundlfing – Riedenburg – Prunn – Essing – Kehlheim

Besichtigungen: Burg Prunn, Holzbrücke in Essing, Tropfsteinhöhle Schulerloch

 

7. Etappe

Heute wollen wir nach dem Frühstück erst einmal die Befreiungshalle in Kehlheim besichtigen. Und wieder ist ein wunderschöner Tag mit blauem Himmel und Sonne pur. Wir frühstücken um 7 Uhr und machen uns dann auf den Weg zur Befreiungshalle. Wir haben mit dem Gastwirt abgesprochen, dass wir unsere Sachen noch auf dem Zimmer lassen können bis wir von der Befreiungshalle zurück sind. Wir nehmen den Fußweg, haben unsere Fahrräder aber dabei. Nach kurzer Wegstrecke müssen wir absteigen und es geht nur noch mühevoll voran. Nach relativ kurzer Zeit sind wir aber vor Ort und sind von dem Anblick überwältigt.

bombastisch-heroisch...

bombastisch-heroisch…

Von oben haben wir einen tollen Rundblick über Kehlheim und Umgebung. Wir lösen ein Ticket und besichtigen die Halle von innen. Es ist unbeschreiblich.

Die schnelle Abfahrt in die Stadt macht wieder richtig Spaß. Nachdem wir bezahlt und unseren Drahtesel gesattelt haben, machen wir noch einen kurzen Abstecher in die Kirche und fotografieren das Innere im Morgenlicht. Um 10.55 Uhr verlassen wir die Stadt. Am Zusammenfluss von Donau und Altmühl sind wir um 11.25 Uhr.

Zusammenfluss von Donau und Altmühl

Zusammenfluss von Donau und Altmühl

Um 12.45 Uhr machen wir Mittagsrast in einem Biergarten in Matting, etwa 14 km von Regensburg entfernt. Kurz zuvor haben wir uns das agieren einer Seilfähre (Gierfähre) angesehen, welche Touristen über die Donau bringt. Wir essen 2 Salatteller. Dazu frisch gebackenes Brot. Es schmeckt so gut, dass wir beide vor Vergnügen „grunzen“. Um 13.45 geht es weiter in Richtung Regensburg.

Im Stadtgebiet von Regensburg durchfahren wir mehrere Kilometer einen wunderschönen Stadtpark (Donaupark), direkt an der Donau gelegen. Mit Badeanstalten und Liegewiesen. Wir können uns vorstellen, dass die Regensburger sich hier sehr schön erholen können.

Ankunft in Regensburg Zentrum 14.40 Uhr. Es soll nicht einfach werden mit der Quartiersuche. Heute haben wir richtig Probleme. Die Stadt ist voller Touristen. Eine Nachfrage bei einigen Hotels und Pensionen ist abschlägig. Uns bleibt nichts anderes übrig, als die Zimmervermittlung in Anspruch zu nehmen. Die Hostess muss ein bisschen herumtelefonieren, aber dann hat sie für uns ein Quartier im Hotel „Münchner Hof„. Nicht ganz billig, aber was soll man in so einer „Notlage„ machen? Wir können beruhigt dort hingehen. Aus der Stadt wieder rausfahren, wo wir bestimmt noch Zimmer bekommen würden, wollen wir auch nicht. Und außerdem haben wir ja vor, Regensburg am Abend zu erleben und die Stadt am nächsten Vormittag auch noch zu erkunden. Also ist unser Quartier, in unmittelbarer Nähe zum Dom, genau das Richtige. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, machen wir uns frisch, gehen zum Bahnhof, um uns nach unserem Zug für morgen zu erkundigen.

Unterwegs bleiben wir bei einem Straßensänger stehen, der seinen Gesang mit Gitarre begleitet. Hört sich gut an. Zum Abendessen gehen wir in einen Biergarten. Er heißt „Augustiner“. Ich esse einen Salat mit Putenbruststreifen und mein Enkel isst Schinkennudeln. Mein Enkel „schiebt“ dann noch einen Apfelstrudel nach.

Abendessen im Biergarten

Abendessen im Biergarten

Nach dem Biergarten gehen wir runter zum Donauufer. Wir gehen über die „Karlsbrücke“ an das andere Ufer und fotografieren die Altstadt in der Abendsonne.

Regensburg im Abendlicht

Regensburg im Abendlicht

Danach machen wir noch einen kleinen Rundgang in der Altstadt in Zentrumsnähe. Jetzt haben wir noch mal Appetit und besuchen zum zweiten mal unseren Biergarten. Wir genehmigen uns noch einen Kaiserschmarrn mit Rosinen und Mandeltörtchen, flambiert mit Rum und serviert mit Apfelmus. Dazu Eis und Früchte und Apfelmus. Dieses Nachtmahl spendiert mein Enkel, nun wirklich zum würdigen Abschluss unserer Tour.

Kaiserschmarrn mit Rosinen, Mandeltörtchen und Eis

Kaiserschmarrn mit Rosinen, Mandeltörtchen und Eis

Um 20.50 Uhr sind wir wieder im Hotel. Wir checken unsere Bilder und sehen ein bisschen Fern.

Zusammenfassung 7. Etappe

Gesamt-Kilometer: 339

Tages-Kilometer: 44,5

Zeit: 3h 19min

Durchfahrene Orte: Kehlheim – Saal a.d. Donau – Bad Abbach – Matting – Pentling – Regensburg

Besichtigungen: Befreiungshalle in Kehlheim, Kirche in Kehlheim, Regensburg am Abend

 

8. Tag: Regensburg und Heimfahrt

Glockengeläut vom Regensburger Dom weckt uns am Morgen. Der Himmel ist blau. Die Sonne scheint. Es wird sicher wieder sehr warm. Um 8.10 Uhr gehen wir zum Frühstück. Das Frühstück ist, wie erwartet, hervorragend und in toller Athmosphäre. Jetzt haben wir den richtigen Schwung für den letzten Tag unserer Tour. Unsere Sachen und unsere Räder können wir bis zu unserer Abreise im Hotel unterstellen. Nach dem Frühstück machen wir, wie wir es uns vorgenommen haben, eine Stadtbesichtigung. Wir gehen über zwei Donaubrücken und lustwandeln an dem der Stadt gegenüberliegenden Ufer in einem kleinen Park.

Stadtansicht von Regensburg

Stadtansicht von Regensburg

Es ist, wie am Morgen vermutet, sehr warm geworden. Wir setzen uns einen Moment in den Schatten einer Brücke und kühlen ein bisschen ab. Danach besichtigen wir einen Museums-Raddampfer. Ist für uns beide sehr interessant. Ein Angestellter erläutert den Anwesenden die Funktion der Maschine. Da er in der hiesigen Mundart spricht, verstehen wir nur die Hälfte. Gegen 12 Uhr suchen wir uns dann einen Biergarten zum Mittagessen. Wir landen im Biergarten „Bischhofshof“ am Dom. Wir beide essen mit Genuss. Es ist nun wirklich und unabänderlich die letzte Mahlzeit innerhalb unserer Tour. Punkt 12 Uhr können wir noch ein Glockenspiel der Bischhofskirche hören. Wir aber genießen unsere „Henkersmahlzeit“ und fühlen uns „sauwohl“!

Abschlussessen auf unserer Rad-Tour

Abschlussessen auf unserer Rad-Tour

Dieser Biergarten Bischhofshof ist so was Herrliches zum Ausklingen. Eine heiße Sonne brennt vom Himmel und wir sitzen unter einem Sonnenschirm, welcher wiederum unter einem riesigen Kastanienbaum steht. Also doppelter Schatten und eine ganz angenehme Temperatur. Was will man mehr?

Um 14.45 fahren wir pünktlich in Regensburg ab in Richtung München. Um 17.30 sind wir beide dann glücklich bei meinem Enkel zu Hause.

Nach der Rad-Tour glücklich zu Hause

Nach der Rad-Tour glücklich zu Hause

Unsere schöne Radtour 2006 ist nach rund gerechnet 360 Kilometern zu Ende. Alle sind glücklich und zufrieden, dass wir wieder gesund da sind. Am Abend gehen wir „in Familie“ zum Italiener essen und machen dann „zur Lockerung“ noch einen schönen Spaziergang. Ich fahre am nächsten Tag wieder mit dem Zug nach Berlin. Die Nachtfahrt nach Berlin steht ganz im Zeichen der Weltmeisterschaft. Am Morgen komme ich wohlbehalten in Rehbrücke an.

 

Zusammenfassung der Radtour:

1. Etappe Rothenburg – Hornau: 25 km

2. Etappe Hornau – Gunzenhausen: 72 km

3. Etappe Gunzenhausen – Solnhofen: 55 km

4. Etappe Solnhofen – Pfünz: 40 km

5. Etappe Pfünz – Dietfurt: 55 km

6. Etappe Dietfurt – Kehlheim: 48 km

7. Etappe Kehlheim – Regensburg: 44 km

8. Etappe Regensburg – Eitting: 22 km

Gesamt: 361 km

 

Statistik zur Tour:

Durchschnitts – Tageskilometer: ca. 45

Durchschnitts – Übernachtungskosten: ca. 55 Euro/Nacht/DZ

Zur Tour benutzten wir Kartenmaterial von www.falk.de und waren damit sehr zufrieden. Weitere interessante Links zum Radfahren und zu Radtouren findet ihr hier auf meiner Homepage.

Bis bald,

Franz





1 Kommentar »

  1. arJan — 27. April 2014 @ 15:41

    eine schöne Tour!

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