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von: Dirk am: 1.03.2015
Dirk Autor(in): Dirk    |   1. Mrz 2015   |    Kategorie: Brandenburg, Genusstouren, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Tourentipps,

Einfach nur drauf los radeln

Das Wetter ist großartig, die Tochter ist auf Klassenfahrt, die Angetraute auf Dienstreise. Perfekt: keine Verpflichtungen diese Woche. Also spontan Urlaub genommen, Rad gesattelt und los.

Eigentlich wollte ich schon längst mal den Radweg Berlin-Leipzig ausprobieren. Die Radkarte liegt seit Monaten im Regal, und aus dem Internet sind bereits alle wertvollen Informationen gegoogelt und ausgedruckt. Dazu noch ein paar weitere Landkarten – diesmal wird alles so richtig generalstabsmäßig geplant!

Endlose Landschaft bis zum Horizont und jederzeit ein geschützter Rastplatz

Der Fläming: endlose Landschaft bis zum Horizont und jederzeit ein geschützter Rastplatz

Den ersten Teil des Radweges lasse ich einfach weg. Wozu soll ich nördlich von mir in Berlin beginnen, wenn ich ohnehin in Richtung Süden will? Also Start in Potsdam und dann ab zum ausgeschilderten Radweg Berlin-Leipzig ab Luckenwalde und weiter auf den Fläming-Skate (übrigens mein Lieblings-Rennradrevier) und über Nebenstraßen bis zur Lutherstadt Wittenberg. Empfehlenswerte Übernachtungsmöglichkeit im Kanuclub Wittenberg (ÜF unter 20 Euro mit Blick auf die Elbe).

Die Elbe bei Wittenberg

Die Elbe bei Wittenberg

Am zweiten Tag gehts weiter durch die Dübener Heide bis kurz vor Leipzig. In der Heide, die eigentlich meistens ein endloser dunkler Wald ist, sind die Wege – nun ja – Waldwege eben. Der autobahngleiche Asphalt vom Fläming-Skate fehlt mir ein wenig, aber die duftenden, tiefen Wälder entschädigen für die Holper- und Schotterwege.

Meistens Wald, manchmal offene Landschaften, über herrlich

Die Dübener Heide: Meistens Wald, manchmal offene Landschaften, überall herrlich

Plötzlich stehe ich schon vor den Stadttoren Leipzigs. Tja, was nun? Meine höchstwissenschaftliche Reiseplanung endet hier – doch so schön Leipzig auch ist: heute ist die Stadt eine einzige große, laute, chaotische Baustelle. Hier will ich nicht bleiben und schwinge mich wieder aufs Rad. Südwestlich von Leipzig entdecke ich den Elster-Radweg, dieser bringt mich bis nach Halle an der Saale. Hier finde ich ein Quartier in einem sehr gepflegten Hostel (ÜF wieder unter 20 Euro, mit Blick auf die schöne Altstadt und die Saale).

Am dritten Tag folge ich einfach ohne Nachzudenken der Saale vor meinem Hostel-Fenster. Der Saale-Radweg bringt mich Richtung Norden bis zur Mündung der Saale in die Elbe. Links und rechts des Radweges liegen unglaublich viele mittelalterliche Gemäuer und eine herrliche Bilderbuchlandschaft. Das letzte Stück ab Barby trägt mich der Elbe-Radweg auf beinahe parkartigen Deichanlagen noch bis nach Magdeburg (ÜF kostenlos bei lieben Freunden).

Links und rechts der Saale liegen viele verwunschene Orte

Links und rechts der Saale liegen viele verwunschene Orte

Am vierten Tag soll es wieder heimwärts gehen, quer durch Sachsen-Anhalt und Brandenburg, wo sich irgendwann der Kreis schließen wird. Ich finde jedoch keine schönen Radwege, so muss ich der Bundesstraße 1 folgen. Schrecklich! Lärm, Abgase, Stress. Nein, so soll die Tour nicht enden. Spontan steige ich in Genthin in den Regionalexpress und kürze ein paar Kilometer bis nach Werder/Havel ab. Schon besser: Hier ist der Straßenverkehr wieder entspannt und der vertraute Havelradweg bringt mich zurück nach Hause. Alles in allem waren es rund 460 km, wobei ich auf der letzten Etappe 60 Kilometer im Regionalexpress zw. Genthin und Werder/Havel übersprungen hatte. Bleiben 400 entspannte Kilometer in vier Tagen. Das ist für fast jeden zu schaffen.

Letzte Rast vor den Toren von Magdeburg, dann gehts zurück nach Potsdam

Letzte Rast vor den Toren von Magdeburg, dann gehts zurück nach Potsdam

Was habe ich daraus gelernt? Das nächste Mal lass ich meine Notfallcampingausrüstung zu Hause, denn ein Dach über dem Kopf finden Reiseradler überall in Deutschland. Und eine ausgefeilte Tourenplanung könnte man sich eigentlich auch sparen. Schön ist es überall und gut ausgeschildert ebenfalls. Also künftig lieber drauf los, als geplant!





6 Kommentare »

  1. Matthias Blueher — 3. März 2015 @ 00:40

    War bestimmt eine tolle Tour,ich nehme das als Anregung für die nächste Tour nach Berlin,ich wusste garnicht dass es diesen Radweg gibt. Vielen Dank für den Tip

  2. Dirk — 3. März 2015 @ 12:56

    Immer gern, Matthias! Wer es eilig hat, kann freilich auch direkt die B2 von Leipzig über Bad Düben, Wittenberg, Treuenbrietzen, Potsdam bis nach Berlin (bzw. die Gegenrichtung) nehmen. Aber Radwege sind hier rar (der Verkehr meistens auch, deswegen ist das nicht so schlimm). Wesentlich schöner ist aber der Umweg über den Radwanderweg.

  3. bikingtom — 3. März 2015 @ 23:42

    Na, das macht definitiv Lust auf mehr. Netter Artikel!

  4. Bernd — 15. April 2015 @ 09:58

    Tolle Tour!

    …..und das letzte Foto mit dem Sattel ist ja zum Brüllen!!!!!!

  5. Daniela — 13. November 2015 @ 10:13

    Was für eine tolle Tour. Die macht auf jeden Fall Lust, sich direkt auf sein Rad zu schwingen und loszufahren. 🙂 Der „Entensattel“ hat mich eindeutig zum schmunzeln gebracht, sooo süß.

  6. Isa — 18. April 2016 @ 08:32

    Einfach drauf los radeln, das wäre jetzt schön. Muss ich unbedingt an meinem nächsten freien Tag machen, ganz egal wie das Wetter dann ist. 😉 Man kann sich ja zur Not warm anziehen. *g*

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